Foto: Novagreen

Windcloud

Innovativ: Windstrom für Rechenzentrum und Algenzucht

In Schleswig-Holstein wächst ein Rechenzentrum, das komplett mit Windstrom versorgt wird. Die Abwärme wird für eine Algenzucht auf dem Dach genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Schleswig-Holstein ist meisterlich bei bei ganzheitlichen Sektorkopplungskonzepten. Wasserstoffbusse von GP Joule fahren mit Windstrom - und jetzt gibt es mit der Firma Windcloud nicht nur grüne Rechnerkapazität, sondern auch noch eine CO2-freie Algenproduktion, die die Abwärme des Rechenzentrums nutzt.

"Wir wollen ein digital-industrielles Ökosystem entwickeln", sagt Christian Stassek, zuständig für Customer Relations bei Windcloud. Dafür hat das junge Unternehmen zwei ehemalige Kasernen erworben, eine auf dem Greentec Campus im schleswig-holsteinischen Enge-Sande, die andere ist auf dem C2C Gewerbepark Bramstedtlund. Reichlich Platz, um Rechnerkapazitäten aufzubauen, die dann an Kunden vermietet werden.

Biomasse-Erzeugung im Winter dank Abwärmenutzung

Thomas Reimers, CEO und Co-Founder, unterstreicht, Windcloud werde Grünstrom veredeln und dort verfügbar machen, wo er gebraucht wird. "Und zwar 100-prozentig verfügbar und sicher." Power-to-Heat kenne man ja, Windcloud werde nun Power-to-Computer-to-Heat-to-Food demonstrieren. Was hat es damit auf sich? Pfiffig ist vor allem die zusätzliche energetische Nutzung der Abwärme, die bei Rechenzentren reichlich anfällt. Die Algen mögen genau die Temperatur, die durch die Abwärme entsteht. Sie werden in Schläuchen in einer Art Gewächshaus auf dem Dach gezüchtet. Spirulina und Chlorella nennen sie sich. Die Blaualge Spirulina gehört zum Trend des Superfood und soll das Altern verlangsamen, die Abwehr stärken und sogar Krebs vorbeugen. Die Süßwasseralge Chlorella gilt als hilfreich bei der Ausleitung von Giften im Körper, als stärkend und ausgleichend.

Algen absorbieren CO2

Für die Algen hat Windcloud sich mit dem Algenzüchter Novagreen zusammengetan, der die Algenzucht für Windcloud betreibt und die Vertrieb übernimmt. Weiterer Pluspunkt: Die Algen absorbieren CO2, das ihnen gezielt zugeführt wird. "Je mehr das Rechenzentraum genutzt wird, desto mehr Treibhausgase werden der Atmosphäre entzogen", so Reimers. Das ist mal was Neues. Denn die heutige Stromproduktion für Rechenleistung ist schon enorm und wird sich bis 2030 verdreifachen.

Im Mai soll die Algenfarm eröffnet werden. Derzeit gibt es rund 100 Kunden und Firmenkunden, die die Rechenkapazität nutzen, bis Ende des Jahres sollen es 1.000 sein.

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