Der Ende November von WPD fertig gestellte Photovoltaikpark Gerbstedt 60 Kilometer nordwestlich von Leipzig ist nicht nur Teil Zwei eines Wind-Solarkraft-Hybridkraftwerks, sondern auch Pilotanlage an einem klug überbauten Netzverknüpfungspunkt. Das 54 Hektar große Module-Feld liefert Strom ins selbe Umspannwerk wie der Nachbarwindpark, wo 2021 durch Teilerneuerung eines älteren Windparks acht moderne Vestasanlagen vom Typ V126 dazukamen. Die Photovoltaik-Freifläche liefert Elektrizität mit 53,5 Megawatt (MW) Nennleistung, die neuen Vestas-Turbinen speisen mit 26,4 MW ein. Der WPD und Partnern des Projektentwicklungsunternehmens gehörende Hybridpark speist ins WPD-eigene Umspannwerk ein, das damit knapp 125 Prozent der Leistung aufnimmt, die es ins Netz umspannen kann. Zudem hat die Erweiterung des Windparks begonnen, der nach dem Anlagenzubau 32,6 MW leisten kann. Das führt zur sogenannten Überbauung am Netzanschluss von 135 Prozent beziehungsweise zu um 35 Prozent überschüssiger Nennleistung. Windstrom einspeisen soll Vorrang haben. Den Solarstrom vertreibt WPD gleichwohl über feste Lieferverträge direkt an Stromkunden.
Überbauen gilt als neue Strategie, um Netze besser auszulasten. Sie führen bei zugleich viel Wind und viel Sonne zum Abregeln von Anlagen. Doch die sich oft ergänzende Erzeugung aus Wind und Sonne lastet den Netzanschluss besser aus und führt zu weniger Kosten pro aufgebaute Nennleistung. (tw)