Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Offshore-Lektionen gelernt?

Die Bundesnetzagentur feierte es als großen Erfolg. Im Sommer 2023 erlöste sie für den Staat in einer Auktion von Offshore-Windpark-Flächen in Nord- und Ostsee 12,6 Milliarden Euro. Das schien den funktionierenden Markt und eine voranschreitende Energiewende zu belegen. Doch schon drei Jahre später herrscht Katzenjammer. Berichten zufolge wollen die Ersteigerer Total Energies und BP die Flächen notfalls zurückgeben, die Windparks nicht bauen.

Sie fürchten offenbar, die Projekte nicht wirtschaftlich realisieren zu können. Denn seit der Auktion haben sich die Bau- und die Finanzierungskosten erheblich verteuert, während zugleich die Erwartungen an die langfristig möglichen Stromerlöse gesunken sind. Das zeigen auch die fehlgeschlagenen Offshore-Ausschreibungen 2025, für die es keine Gebote gab.

Der Fehler der Auktion 2023 war nicht das Fehlen wirksamer Pönalen. Strafen garantieren nicht den Bau unrentabler Anlagen. Das Problem liegt vielmehr im Auktionsdesign, das kurzfristige Staatseinnahmen höher gewichtet als die langfristige Realisierung der Energiewende. Spät, hoffentlich nicht zu spät, hat Berlin die Reißleine gezogen und die für 2026 geplanten Auktionen auf 2027 verschoben. Damit sie Erfolg haben, ist aber das Überarbeiten des Auktionsdesigns notwendig. Als Alternative gelten nun zweiseitige Differenzverträge (Contracts for Difference, CfD), die schon in Nachbarländern Standard sind. Sie würden die Risiken abfedern, indem den Betreibern ein fester Strompreis garantiert wird. Liegt der Marktpreis darunter, zahlt der Staat die Differenz. Im umgekehrten Fall fließen Übergewinne an den Staat zurück.

Doch auch dieses Konzept ist nicht ohne Risiken. Etwa, dass bei negativen Strompreisen die Windparks einfach weiterproduzieren und das Überangebot noch vergrößern, weil der Staat ihnen den vereinbarten Preis garantiert. Offshore-Wind hat großes Potenzial. Die Bundesnetzagentur muss nun die CfD-Details für die ersten Ausschreibungen im kommenden Jahr festlegen. Dabei sollte sie die positiven und negativen Erfahrungen unserer Nachbarländer studieren.

Jetzt weiterlesen und profitieren.

+ ERE E-Paper-Ausgabe – jeden Monat neu
+ Kostenfreien Zugang zu unserem Online-Archiv
+ Fokus ERE: Sonderhefte (PDF)
+ Webinare und Veranstaltungen mit Rabatten
uvm.

Premium Mitgliedschaft

2 Monate kostenlos testen