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Rettung für Windturbinenbetreiber:

Endliche Hilfe bei Schäden am Fundament

„Wir haben rund 2000 Anlagen saniert, davon ein Teil präventiv“, erzählt Deiniger. Typische Schadensbilder an Fundamenten seien:

- Rostbildung an Turmsegmenten und Stahlteilen

- Defekte Fugen zwischen Fundamenteinbauteil (FET) und Betonfundament

- Risse an Betonoberflachen ≥ 0,3 mm, auch wasserführend

- Abplatzungen, teilweise umlaufend und „schollenförmig“

- Wassereintritt ins Fundamentinnere

- Gelockerte Turmeinspannungen der kraftübertragenden Flansche 

Schäden am Fundament - © Foto: KTW
Schäden am Fundament

Manchmal laufe sogar reichlich Wasser ins Fundament „Da kann es schon sein, dass Sie Gummistiefel anziehen müssen, wenn Sie ins Fundament wollen“, so Deiniger. Die Fördergesellschaft Windenergie FGW, dem Deininger ebenfalls angehört, habe vor drei Jahren einen Arbeitskreis gegründet. Ergebnis: Es wurde eine Technische Richtlinie verabschiedet, die unter anderem die Abläufe zur Überprüfung und Überwachung festlegt. Diese werde im Januar erscheinen.

Sieben bis zehn Millionen Lastwechsel müsse das Fundament aushalten. Das sei eine stärkere Belastung als bei einer Brücke. „Wenn Sie Bewegungen haben, stellt sich die Frage, wie viel Bewegung darf sein. Da haben wir im Arbeitskreis lange diskutiert“, so der KTW-Mann. 14 Millimeter (mm) Bewegung am Riss habe er gesehen. „Und die Mühle läuft immer noch.“ Sinnvoll sei, die Vertikalbewegung und die Dehnung des Stahls zu messen. Nicht gefährlich ist alles bis 0,5 mm. Von 0,6 bis ca. 1 mm sollte regelmäßiges Monitoring stattfinden. Bewertung darüber hinaus sollte Sanierung werden. Dabei sollte man kompetente Ingenieurbüros einschalten.

 Ab 1,5 mm sollte die kurzfristige Erstellung eines Instandhaltungskonzeptes erfolgen.

Welche Sanierungsverfahren an Windturbinen-Fundamenten gibt es?

  • Abdichtung Fugenbereich Betonsockel-Fundamenteinbauteil (FET)
  • Flächenabdichtung der Betonoberfläche (auch partiell als Kreisringfläche)
  • zum FET

    • Ertüchtigung, Injektage, Verpressung von Hohlräumen an kraftübertragenden Bauteilen
    • Verstärkung durch CFK-Lamellen (Carbon-Faser-Kunststoffe)
    • Abdichtung von Kabeldurchführungen Sonderverfahren

    Schwingungsmessungen sollten zwischen Betonfundament und Fundamenteinbauteil (Überprüfung der Turmeinspannung) stattfinden. Wie sollen Fugen abgedichtet werden, Betonsockel, FET saniert werden?

    Hier eine Auflistung der Maßnahmen:

    - Untergrundvorbereitung/fachgerechter Ausbau der defekten Dichtung

    - Primärauswahl

    - Dichtstoffauswahl

    - Abdichten der Stoßfugen zum 1. Turmsegment

    - partielle Betoninstandsetzung

    - Alternativ: Einbau von hochelastischen Fugenbändern unter Verbleib der alten Fuge

    Flächenabdichtung der Betonoberfläche zum Fundamenteinbauteil

    - Untergrundvorbereitung (Schleifen, Fräsen, Sandstrahlen)

    - partielle Betoninstandsetzung (polymermodifizierte Mörtelsysteme mit Entkopplung am FET)

    - Primer/Haftvermittler/Absanden

    - elastische Dickbeschichtungen

    - Rissüberbrückungen

    - UV-Schutz/Wurzelfestigkeit

    - Verarbeitungstemperaturen/Dampfdiffusionsoffenheit

    Ertüchtigung durch Injektage/Verpressung:

    - Durchführung von Messungen im Vorfeld

    - Verbohren bis auf kraftübertragende Einbauteile (Flansche, Ankerplatten)

    - Verdammen/Entlüften

    - Problem „ Verdammen“ bei durchgestanzten Fundamenten (Vergelung)

    - Problem Turmeinspannung beim Verpressen

    - partielle Rissinjektionen

    - Verlegung von Verpressschlauchen beim Neubau

    (Nicole Weinhold)