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Windparks mit 270 MW für die Ukraine

Die Firma Notus Energy aus Potsdam plant den Bau und Betrieb von Windparks mit 270 Megawatt in der Ukraine.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

In der Ukraine geht der Ausbau der Windenergie zügig voran. Die Notus Energy Unternehmensgruppe hat im April die Rechte für den Bau von drei Windparks mit einer Gesamtleistung von bis zu 270 MW in der Ukraine erworben. Die Projekte liegen in den Gemarkungen der Orte Roksolany, Ovid und Libental, rund 30 Kilometer westlich von Odessa. Sie sollen bis 2021 fertig errichtet sein.

54 Anlagen der Fünf-Megawatt-Klasse

Geplant sind 54 ertragsstarke Windenergieanlagen der Fünf-Megwatt-Kasse mit einer Gesamthöhe von jeweils etwa 250 Metern. „Wir haben das Projekt in einem fortgeschrittenen Stadium von einem lokalen Partner übernommen und bereiten zur Zeit die Details der finalen Investitionsentscheidung vor“, erklärt Heiner Röger, Gründer und Geschäftsführer von Notus Energy in Potsdam. Notus Energy übernimmt nun die Finanzierung der Windprojekte, die technische Planung, sowie Bau und Betrieb der Windenergieanlagen.

Stabile Bedingungen in der Ukraine

Unter der Leitung von Fachleuten des Instituts für Wirtschaft und Prognose der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine und mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung entstand seit 2016 eine umfassende Studie, in deren Rahmen verschiedene Szenarien für die Entwicklung der ukrainischen Energiewirtschaft samt ihrer Rückwirkungen auf Transport-, Industrie-, Landwirtschafts- und andere Sektoren entwickelt und verglichen wurden. Die Ergebnisse der Modellierung wurden im Herbst 2018 in ukrainischer und englischer Sprache im Bericht „Transition of Ukraine to 100% Renewable Energy by 2050“ publiziert. Die Untersuchung zeigt auf, dass die Ukraine großes Potenzial hat, den Weg einer nachhaltigen Transformation erfolgreich zu beschreiten.

Die Ukraine mit ihren 43 Millionen Einwohnern und einer Landesfläche, die rund 70 Prozent größer ist als Deutschland biete stabile Bedingungen für erneuerbare Energien, so Röger: „Das bisherige System mit Einspeisevergütung wird aktuell auf ein Ausschreibungssystem umgestellt. Wir wollen die noch bestehende Einspeisevergütung gerne nutzen, aber auch das Ausschreibungssystem wird uns einen stabilen Rahmen bieten.“ Die Notus-Windparks bieten angesichts der hocheffizienten Anlagentechnik die besten Voraussetzungen für günstige Stromgestehungskosten. Die drei Projekte liegen in räumlicher Nähe zu einander. Das hierfür benötigte Land gehört den örtlichen Gemeinden, die dadurch künftig erhebliche Pachteinnahmen erzielen werden.

„Die 270-MW-Windparks zeigen, dass wir mit unserem Know-How und unserer Finanzkraft auch für sehr große Projekte gut aufgestellt sind“, erklärt Röger. Die Potsdamer Notus Energy hat in ihrer fast 20-jährigen Firmengeschichte Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.340 MW gebaut und einen Bestand eigener Anlagen von 170 MW. Das 270-MW-Projekt in der Ukraine ist Teil der Projektpipeline von aktuell 2.310 MW.

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