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Workshop Wind- and Solarintegration

Wir brauchen mehr Wind, Sonne - und Netze

412 Teilnehmer aus 30 Nationen diskutieren auf den Wind- and Solarintegration Workshops von Energynautics über die technischen Herausforderungen und Chancen zur Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz und in die Energieversorgung insgesamt.

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Thomas Ackermann, CEO des Veranstalters Energynautics, eröffnete den 16. Wind Integration Workshop in Berlin mit Fokus auf das Pariser Klimaabkommen 2015: Was bedeutet die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 2 Grad eigentlich? Für Deutschland heiße das konkret, dass wir in Zukunft noch maximal 890 Gigatonnen CO2 ausstoßen dürfen. Bis 2031 müsse Deutschland 51 Prozent CO2 gegenüber 2014 einsparen; und die Welt sei verpflichtet ihren CO2-Ausstoß in jeder Dekade zu halbieren. 2017 bis 2020 sei die Phase, in der die Staaten ihre politischen Rahmen stecken, um die Ziele zu erreichen. Zwischen 2020 und 2030 sollte dann der Kohleausstieg erfolgen. 676 Wochen blieben Europa bis die Kohle komplett ersetzt sein müsse, so Ackermann.

Wie das gelingen kann, schilderte dann Frank Peter vom Thinktank Agora Energiewende. Dafür stellte er dem Publikum die Agora-Studie Big Picture für 2030 vor. Er schickte vorweg, Deutschland werde das 2020-Ziel von 40 Prozent CO2-Reduktion verfehlen. "Wie können wir zurück zum Zielpfad?" Die nächsten Ziele lauten: 2030 55 Prozent CO2-Reduktion, 2050 87,5 Prozent weniger CO2. Agora geht davon aus, dass der Preis für fossile Energien niedrig bleiben wird. Erschwerend komme hinzu, dass die Akzeptanz für Windkraft schrumpft. Seine Aufforderung: "Man muss die Windkraft für die Menschen attraktiv machen." Positiv zumindest die Kostenentwicklung: Seit 2015 seien die Kosten von PV und Wind um 20 Prozent gesunken.

Um die Ziele zu erreichen, empfiehlt Agora in seiner Studie eine Effizienzsteigerung, die den Energieverbrauch um 30 Prozent senkt. Außerdem eine Verdopplung der Erneuerbaren sektorübergreifend auf 30 Prozent und 20 Prozent weniger Öl und Kohle. Peter erklärte den Zuhörern, dass die derzeitigen am Energiemix beteiligten Regenerativquellen Wasserkraft und Biomasse langfristig keine Rolle spielen werden, sondern vor allem Wind und PV für den Regenerativausbau verantwortlich sind. Entsprechend müsste der Wind- und PV-Ausbau auf je 2,5 GW netto angehoben werden und Offshore 20 GW bis 2030 erreichen. Die Ausgestaltung der Agora-Vorschläge, wie die Klimaziele zu erreichen sind, sieht unter anderem vor, dass jährlich zwei Prozent des Gebäudebestands energetisch modernisiert werden müssten. Zudem müsse das Netz ausgebaut und kurzfristig die Kapazität erweitert werden durch Hochtemperaturleiterseilmonitoring und ähnliche Maßnahmen.

Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore Windenergie, gab zunächst einen Überblick über den Status Quo. Im Sommer 2017 seien 1.000 Offshore-Turbinen mit 4,7 GW vor der deutschen Küste installiert gewesen. Ende 2016 habe Offshore 13 Terawattstunden ins Netz gespeist. Die Meereswindkraft erreiche fast doppelt so viele Volllaststunden wie Onshore-Windenergie. Bezüglich der Ausschreibungsergebnisse verwies er auf die massive Kostenreduktion auf 0 bis 6 Cent pro Kilowattstunde für die Jahre 2024/25. Das solle dann ermöglicht werden durch Effizienzen bei Großwindparks mit 1.000 MW, durch Turbinen mit 13 bis 15 MW Leistung und 200 Meter Höhe.

Wagner berichtet, der Cuxhaven Appell - ein Aufruf aus der Offshore-Industrie - sehe ebenfalls 20 GW bus 2030 vor und 30 GW bis 2035 Offshorewind. Er verwies darauf, dass der Netzausbau hinterher hinkt. Nur zwei Netzausbau-Vorhaben seien über 2025 hinaus geplant. Bezüglich des Offshore-Windkraftausbaus in Europa sagte er, 2016 seien 1,56 GW neu hinzu gekommen. Das Bild für 2030 sei deprimierend, zumal viele Mitgliedsstaaten gar keine Offshore-Ziele hätten. Vier GW seien aber n Europa jährlich mindestens nötig,damit die Industrie kostendeckend arbeiten könne. (Nicole Weinhold)

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