Foto: Juergen Schwarz/photothek

Mobilität

Deutschland hat ersten Solar-Radweg

Am 12. November hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze den ersten Solar-Radweg Deutschlands eingeweiht. 90 m lang ist das Radweg-Pilotprojekt in Erftstadt bei Köln.

Inhaltsverzeichnis

Katharina Garus

In Erftstadt, 20 km südwestlich von Köln, ist der erste Solar-Radweg Deutschlands entstanden. Auf einem 90 m langen Abschnitt eines bestehenden Radwegs wurden Solarmodule verlegt. Zur Einweihung radelten am 12. November Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), Volker Erner (Bürgermeister von Erfstadt) und Donald Müller-Judex (Geschäftsführer der Solmove GmbH) über die Teststrecke.

Solmove hat die Technologie für den Radweg entwickelt. Spezielle Solarmodule wurden dazu auf einer Fläche von 200 m2 auf den bereits vorhandenen Radweg geklebt. Sie erzeugen nicht nur Strom – mit bis zu 16.000 kWh rechnen die Entwickler – , sondern absorbieren auch Lärm und machen durch die entstehende Widerstandswärme einen Winterdienst überflüssig.

Technologie-Transfer vom Dach auf die Straße

Die besondere Herausforderung beim Transfer der bewährten Solarmodul-Technik für Dächer und Freiflächen auf die Straße waren vor allem die Belastbarkeit und die Rutschfestigkeit der Module. Am Ende entschied sich Solmove für eine Nobbenstruktur, die mit Korund, einem abriebfesten Mineral, besetzt ist. Das Spezialglas der Module hielt im Labor der Belastung durch einen LKW stand. In Erftstadt müssen die Materialien jetzt ihre Widerstandsfähigkeit im Praxistest unter Beweis stellen.

Der Solar-Radweg in Erftstadt ist Teil des Projektes „Infrastrukturring Liblar – Wandel der Mobilitätsstruktur“ aus dem Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ und wurde mit rund 784.000 € gefördert. Für die Zukunft strebt Müller-Judex einen Preis von 250 €/m2 an. Damit würde ein 1 km langer Radweg rund 500.000 € kosten. Klingt viel, ist es aber nicht unbedingt. Zum Vergleich: Als Faustregel unter Verkehrsexperten gilt, dass 1 km Autobahn im Schnitt rund 10 Mio. € kostet. Als nächste Projekte in Deutschland sind zusammen mit dem Versorger RheinEnergie eine Pilotanlage in Köln und ein Solar-Parkplatz in Recklinghausen geplant.

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