Foto: Polarstern

Mieterstrom

Gebäudeenergiegesetz und CO2-Preis wirken besser als Förderung

Die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes und vor allem die künftige CO2-Abgabe werden die Nachfrage nach Mieterstromprojekten nach oben treiben.

Der Münchner Ökostromversorger Polarstern nimmt derzeit eine steigende Nachfrage nach Mieterstrom wahr. Das Unternehmen führt das auf aktuelle Neuregelungen zurück. So regelt seit 1. November 2020 das Gebäudeenergiegesetz (GEG) die bisherigen Regelungen der Energieeffizienz und des Energieverbrauchs von Gebäuden neu. Zum Jahreswechsel wird zudem der CO2-Ausstoß einen Preis bekommen. „Das Duo aus dem neuen GEG und der ab 2021 greifenden CO2-Bepreisung hat das Potenzial, endlich die dringend nötige Klimawende im Gebäudesektor einzuleiten“, erklärt Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern. „Dabei kommt der Mieterstromversorgung eine Schlüsselrolle in der Umsetzung zu. Wir erfahren ein zunehmendes Interesse am Einsatz des in Mieterstromprojekten erzeugten Photovoltaikstroms auch in der Wärme und in der Mobilität.“

Klimafreundlicher Gebäudesektor steht im Mittelpunkt

Eine so starke und umfassende Nachfrage zum Einsatz erneuerbarer Energien habe bisher kein Förderprogramm entfalten können, betont Henle. Denn damit wird die Nutzung vor Ort erzeugter Energie durch das GEG sektorenübergreifend attraktiver gemacht, während fossile Brennstoffe durch den CO2-Preis zunehmend unattraktiver werden.

Die neuen Regelungen haben noch weitere Vorteile. Denn im Mittelpunkt stehen nicht einzelnen Technologien, die gefördert werden sollen. Vielmehr gehe es um einen klimafreundlichen Gebäudesektor. Damit offenbare Mieterstrom einen großen Gestaltungsspielraum für ein klimabewusstes Wohnen.

Kosten sparen mit preiswertem Solarstrom

Denn mit dem Einsatz des preiswerten Solarstroms in der Wärmeversorgung – und auch in den Mobilität – sparen die Bewohner von Mehrfamilienhäusern viel Geld, das sie mit den fossilen Brennstoffen in Form von CO2-Abgabe durch den Schornstein jagen. So verteuern sich allein mit dem CO2-Eistiegspreis, der ab 1. Januar 2021 gilt, steigen die Kosten für eine Liter Heizöl um 7,9 Cent. Um den gleichen Wert steigt der Preis für Diesel und Benzin wird um sieben Prozent teurer. Der Preis für Erdgas steigt um 0,6 Cent pro Kilowattstunde.

Effizienzvorgaben erfüllen

Bei der Nutzung von Solarstrom vor Ort, der zum Preis von etwa acht Cent pro Kilowattstunde mit Anlagen von bis zu 100 Kilowatt Leistung zu haben ist, verhindern die Hauseigentümer diese Preissteigerungen für ihre Mieter und Käufer der Wohnungen. „Immobilienbesitzer von Mehrfamilienhäusern werden das in der Vermietung und im Verkauf von Wohnungen spüren. Die steigenden Wohnnebenkosten senken im Zweifel die Attraktivität der Immobilie deutlich“, ist sich Florian Henle sicher. Soll eine Wohnung vor allem auch für Käufer interessant bleiben, müssen die Immobilienbesitzer jetzt entsprechend reagieren. Zudem können sie die Nutzung von Solarstrom auf den Primärenergiebedarf anrechnen. Dadurch ergeben sich für die Immobilienwirtschaft Kostenvorteile bei der Erfüllung der geltenden Energiestandards.

Wollen Sie auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie einfach unseren kostenlosen Newsletter! Hier können Sie sich anmelden.

Foto: Discovergy

Mehr Photovoltaik in neuen Häusern

Bundestag hat Gebäudeenergiegesetz verabschiedet

Das neue Gebäudeenergiegesetz schreibt den Einsatz von Erneuerbaren wir unter anderem Photovoltaik zur Wärme- und Kälteversorgung vor. Solarstrom kann bei der Ermittlung des jährlichen Primärenergiebedarfs angerechnet werden.

Foto: Polarstern

Speicher im Mieterstromprojekt

Viel Eigenverbrauch und Autarkie erreicht

Große Speicher in Mieterstromprojekten amortisieren sich immer schneller. Denn die Strompreise aus dem Netz steigen, währen die Mieter mehr preiswerten Solarstrom vom eigenen Dach nutzen können.

Foto: Alpha Innotec

Neue Fraunhofer-Studie

EEG-Umlage und Stromsteuer behindern die Sektorkopplung

Eine Verschiebung der Abgabenlast auf Ökostrom für Wärmepumpen und Elektroautos kann den Umstieg auf diese Technologien unterstützen. Denn die bisherigen Regelungen führen zu einem unfairen Wettbewerb zugunsten der fossil angetriebenen Technologien.

Foto: BSW Solar/Langrock

Kommentar zum nationalen Emissionshandel und zum Gebäudeenergiegesetz

Bundesregierung beschließt schwaches Klimaschutzpaket

Die Bundesregierung hat die ersten Eckpunkte aus dem Klimakabinett in Gesetzesform gegossen. Allerdings hat sie die teilweise heftige Kritik im Vorfeld einfach überhört.