Foto: Wagner & Co Solartechnik

Nachfrage nach Photovoltaikanlagen

Interesse in Berlin und Brandenburg an Solaranlagen ist am größten

Zwar liegen die Zubauzahlen von Photovoltaikanlagen im Osten der Bundesrepublik teilweise niedriger als im Südwesten. Doch gemessen an der Zahl der Eigenheimbesitzer ist das Interesse an der Solarenergie größer.

Die Eigenheimbesitzer in Brandenburg und Berlin interessieren sich häufiger als beispielsweise diejenigen in Bayern oder Baden-Württemberg für die Installation einer Photovoltaikanlage. Das geht aus einer Analyse von über 100.000 Anfragen nach Solaranlagen hervor, die Aroundhome im vergangenen Jahr registriert hat. Aroundhome ist ein Anbieter von Dienstleistungen rund um das Eigenheim und hat auch Photovoltaikanlagen im Portfolio.

Das Ergebnis scheint erst einmal erstaunlich, gelten doch Bayern und Baden-Württemberg bisher als die Musterschüler des Photovoltaikzubaus auf Ein- und Zweifamilienhausdächern. Doch Aroundhome hat nicht nur die gesamten Anfragen aus einem Bundesland gezählt, sondern diese auch noch ins Verhältnis zu den Anfragen in den anderen Ländern und vor allem zur Anzahl der Eigenheimbesitzer im jeweiligen Bundesland gesetzt. Daraus hat das Unternehmen einen Index entwickelt. Je höher der Indexwert, desto stärker ist die Nachfrage nach Solaranlagen im jeweiligen Bundesland.

Wenige Eigenheime aber großes Interesse

Auf Basis dieser Kriterien landet Berlin auf dem zweiten Platz, obwohl der Ausbau der Photovoltaik in der Bundeshauptstadt eher schleppend vorangeht. Aber der Grund ist: In Berlin gibt es im Vergleich zur Gesamtbevölkerung wenige Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern. Diese sind aber wiederum extrem stark an der Solarenergie interessiert.

Die höchste Nachfrage nach Solaranlagen im Vergleich zur Eigenheimquote verzeichnet Brandenburg. Das Bundesland im Osten liegt mit einem Indexwert von 1,55 an erster Stelle, gefolgt von Berlin mit einem Indexwert von 1,45. Beide Länder liegen damit weit über dem Durchschnitt. Insgesamt scheint das Interesse an grünem, selbst produziertem Strom im Osten im Verhältnis zur Bevölkerung ohnehin höher als im Westen.

Brandenburg auch 2019 vorn dabei

Denn auf der Basis der Indexkriterien bekam Aroundhome von dort etwa 20 Prozent mehr Anfragen für Photovoltaikanlagen als aus dem Westen. Dieser Trend hat sich in den ersten Monaten dieses Jahres bestätigt. Denn aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg kamen zwischen Januar und Ende März 2019 relativ gesehen die meisten Anfragen nach Solaranlagen. „In großen Flächenländern wie Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Bayern werden zwar insgesamt mehr Solaranlagen auf privaten Dächern installiert, verhältnismäßig ist aber der Anteil der solar-interessierten Hausbesitzer im Osten größer“, fasst Mathias Klement, Produktmanager bei Aroundhome, die Ergebnisse zusammen. „Dazu passt, dass 2018 in Berlin und Brandenburg die Sonne mit Abstand am häufigsten schien. Dieses Phänomen korreliert deutlich mit den bei Aroundhome eingegangenen Anfragen für Photovoltaikanlagen. Eine Ausnahme ist das Saarland: Trotz vieler Sonnenstunden gingen 2018 im Verhältnis nur wenige Anfragen für Solaranlagen bei uns ein.“

Nachholbedarf im Osten

Die hohe Nachfrage im Osten hat aber noch einen weiteren Grund. Denn in den vergangenen Jahren hatte Aroundhome vor allem Anfragen aus NRW, Baden-Württemberg und Bayern. „Die höhere Nachfrage in den neuen Bundesländern erklärt sich eben auch daraus, dass es dort einen gewissen Nachholbedarf in Sachen Photovoltaik gibt“, sagt Klement.

Die auch insgesamt größere Nachfrage geht aber auch auf die verschiedenen Geschäftsmodelle zurück, die für die Photovoltaikbranche inzwischen schon zum Standard geworden sind. Die Berliner Vermittler von Solaranlagen sehen vor allem im Eigenverbrauch einen der Markttreiber. Deshalb werden die meisten über die Plattform vermittelten Anlagen mit einer Leistung zwischen vier und 13 Kilowatt gebaut – genau die Leistung für Privathaushalte. Kleinere Unternehmen bauen sich Anlagen mit einer Leistung ab 15 Kilowatt.

Mieten kommt nur langsam im Mode

Außerdem sind inzwischen die Investitionskosten gesunken und können sogar ganz vermieden werden, wenn die Anlage gemietet oder geleast wird. Doch dieses Geschäftsmodell wird von den Hauseigentümern noch relativ selten angenommen. Nur drei Prozent der Anfragen hat Aroundhome nach Mietanlagen registriert. 25 Prozent würden auf jeden Fall kaufen. „Noch kennen wenige Leute dieses noch recht junge Angebot am Markt“, erklärt Mathias Klement. „Dabei kann sich für viele Haushalte die Mieter über einen längeren Zeitraum wirklich lohnen.“ Viele denken jetzt sogar darüber nach. Denn 72 Prozent der Interessenten an einer Photovoltaikanlage, die Aroundhome registriert hat, haben sich noch nicht entschieden, ob sie lieber mieten oder lieber kaufen würden.

Die Seite für Anfrage für Solaranlagen auf der Plattform von Aroundhome finden Sie hier.

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