Was haben Brasilien und der französische Konzern Total Energies gemein? Beide wollen Energieerzeugung auf Erneuerbare umstellen – und wollen doch plötzlich wieder an fossilen Rohstoffen verdienen. So kündigte Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva an, sein Land könnte 430 Millionen Dollar in Bohrungen im Ölfeld Urucú investieren. Auf der Welt-Klimakonferenz hatte Brasilien als Gastgeberland 2025 einen Fahrplan für Staaten entwerfen wollen, die freiwillig aus der Nutzung fossiler Energierohstoffe aussteigen. In der Photovoltaik war das Land mit 2024 fast 19 Gigawatt (GW) schon viertstärkstes PV-Zubauland der Welt, in der Windkraft war es 2024 Fünfter. Brasilien wolle gut leben, arbeiten, studieren, sagte der Präsident zu den neuen Förderplänen.
Total Energies will bis 2030 eine Stromerzeugung aus Erneuerbaren mit 100 GW erreicht haben. Der Konzern schloss 2025 den Kauf des Windenergie- und Repowering-Spezialisten VSB ab – und kündigte im ersten Quartal nach mehr als fünf Milliarden Euro Gewinn die Ausbeutung neuer fossiler Quellen an.