Wir stehen vor einer Phase der Konsolidierung. Der Markt ist heute kleinteilig, mit sehr vielen Firmen – hier werden wir eine Auslese sehen, zugunsten der großen, integrierten Entwickler. Die klassischen reinen Windprojektierer werden es schwerer haben, ebenso die reinen PV-Entwickler. Die Zukunft gehört denen, die alles zusammendenken: Wind, PV und Speicher an einem Netzanschluss.
In ein, zwei Jahren werden wir wieder ein Gleichgewicht in den Ausschreibungen erreichen, weil die Zahl der lohnenden Genehmigungen zurückgeht – und damit auch die Preise wieder anziehen. Mit dem CfD-System ab dem kommenden Jahr werden die Ausschreibungspreise steigen müssen, weil sich die Spekulation auf hohe Börsenstrompreise nicht mehr einpreisen lässt.
Entscheidend ist der nächste große Schritt: weg vom rein geförderten System, hin zur Direktvermarktung über PPAs. Wir machen uns nichts vor – irgendwann müssen wir als Branche auf eigenen Füßen stehen. Wichtig ist dabei die Flexibilität: Wer aus einem PPA aussteigt, muss auch wieder in die Förderung zurückkehren können. Getrieben von neuen Großverbrauchern wie Datenzentren wird sich gegen Ende dieses Jahrzehnts ein starker Switch vollziehen – die Direktvermarktung wird zum Kern. Die Chance, die Energiewende jetzt richtig nach vorne zu bringen, ist real. Wir müssen sie nur ergreifen.