Welche Entwicklungen hat Ihre modulare Erzeugungsanlage in den letzten Jahren gemacht?
Michael Meister: Wir haben die Modular Hydrogen Platform in den vergangenen Jahren von einer 10-MW-Basisvariante zu einer deutlich erweiterten Produktplattform weiterentwickelt. Ein zentraler Fortschritt ist die neue Outdoor-Variante. Sie reduziert Investitionskosten und spezifische Projektrisiken, da der Bau einer Halle sowie komplexe Schnittstellen zwischen Gewerken entfallen.
Zudem haben wir unser Sicherheitskonzept und unseren Stack gezielt weiterentwickelt. Hier geht es insbesondere um robuste industrielle Standards und validierte Sicherheitsketten, die wir unter anderem in unserer Demonstrationsanlage in Augsburg kontinuierlich testen und optimieren. Basierend auf unserer bewährten Stack-Technologie, an der wir seit 1997 arbeiten, bietet dieser mit inzwischen bis zu 79 Prozent die höchste Effizienz im Markt.
Welche Nachfrage sehen Sie aktuell für größere Industrieanlagen?
Michael Meister: Der Markthochlauf bei großskaligen Elektrolyseanlagen verläuft um einiges langsamer, als technologisch möglich wäre. Auch wenn die Festlegung der RFNBO-Unterquote im Rahmen der THG-Quote erste positive Impulse gesetzt hat, muss bei den regulatorischen Rahmenbedingungen nachgeschärft werden. Es fehlen in Teilen noch klare Vorgaben, insbesondere für die Industrie, sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Die aktuellen Regelungen auf EU-Ebene, wie Zusätzlichkeit und die geplante stündliche Korrelation, stellen viele Projekte vor Herausforderungen in der Umsetzung.
Was braucht es noch für den Hochlauf?
Michael Meister: Elektrolyseure gewinnen als Hebel für eine deutsche Energieunabhängigkeit von Öl und Gas immer mehr an Relevanz. Das sollte stärker in Betracht gezogen werden. Für einen beschleunigten Hochlauf braucht es aus unserer Sicht eine Kombination aus wirtschaftlichen Anreizen und klaren regulatorischen Leitplanken. Zudem ist ein starker europäischer Heimatmarkt entscheidend. Dieser kann dazu beitragen, die lokale Wertschöpfung zu stärken und die technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas langfristig zu sichern.
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