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Künstliche Intelligenz revolutioniert Vogelschutz im Windpark

Kann der Windenergieanlagenbetrieb trotz Vogelschutzauflagen wirtschaftlich sein?

Eva Schuster: IdentiFlight ist ein KI-basiertes Stereokamerasystem, das sich durch präzise 3D-Detektion und Echtzeiterkennung windenergiesensibler Vogelarten auszeichnet. Es bietet einen konstant hohen und gezielten Schutz genehmigungsrelevanter Vogelarten vor Kollisionen, wobei die erforderlichen Abschaltungen aufs unbedingt notwendige Maß begrenzt bleiben. Eine unabhängige Studie konnte zeigen, dass dank der hohen Systemleistung die Ertragsverluste im Jahr auch bei viel Flugaktivität unter 1,5 Prozent bleiben, was den wirtschaftlichen rechtssicheren Anlagenbetrieb ermöglicht.

Wie praxisrelevant ist diese technische Lösung und wie verbreitet die Anwendung?

Eva Schuster: Bis heute wirken weltweit schon mehr als 585 Systeme in 77 Windparks, und diese Zahlen steigen kontinuierlich an. IdentiFlight-Systeme sind seit über neun Jahren teils unter widrigsten Umweltbedingungen im Einsatz. Viele dieser Projekte haben ein hohes Konfliktniveau und wären ohne wirksame Schutzmaßnahme nicht genehmigungsfähig. Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen nicht nur, dass der nachhaltige Windparkbetrieb möglich ist. Die über die Jahre gesammelten Daten lassen uns auch ein besseres Verständnis des bestehenden Kollisionsrisikos erhalten und zusätzlich unsere neuronalen Netze stetig weiterentwickeln und auf neue Arten ausweiten. Aktuell kann IdentiFlight über 170 Vogelarten zuverlässig identifizieren.

Aus der Branche wird immer wieder Kritik am Einsatz von Antikollisionssystemen laut. Wie gehen Sie damit um?

Eva Schuster: Wir sind uns der Verantwortung bewusst und wahren ein hohes Maß an Transparenz. In unserem Fokus steht nicht nur das wirksame und kontinuierliche Schutzniveau für Vogelarten. Wirtschaftliche und technische Aspekte des Anlagenbetriebs sind ebenso essenziell. Wir arbeiten eng mit Anlagenherstellern und Betreibern zusammen, um Anwendungen fortzuentwickeln, technisch zu optimieren. Standardisieren von Schnittstellen und Dynamisieren von Abschaltvorgängen sind Beispiele, wie wir Potenziale nutzen. Mit ganzheitlichem Ansatz treiben wir Innovation im Vogelschutz stetig voran. IdentiFlight ist bis heute State of the Art.

Eva Schuster,
Leiterin Politik und Kommunikation, naturschutzfachliche Projektleitung, IdentiFlight Deutschland

Foto: IdentiFlight

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