Sie sehen sich mit ihrer Dienstleistung als Windernte-Verbesserer. Was lässt der Windpark-Alltag zu?
Axel Sachse: Wir helfen, die Akzeptanz des Windparks zu erhöhen, weil wir die Einhaltung schallimmissionsschutzrechtlicher Auflagen nachvermessen und etwa nach Nachrüstungen von Serrations wirklich bedeutsame Lärmreduktionen nachweisen können. Bei einigen Windenergieanlagenherstellern waren diese Elemente anfänglich ein Thema, weil sie die notwendige Schallbegrenzung anders nicht erreichen konnten. Heute ist kaum eine neue Anlage nicht schon standardmäßig damit ausgerüstet. Ein Nachrüsten bestehender Windenergieanlagen ändert zwar an der Gesamtkonstellation des Windparks nicht mehr so viel, aber mindert eventuell nächtliche Leistungsbegrenzungen oder wendet sie ab. Wenn Serrations dagegen schon zum Design geplanter Anlagen gehören, können die Planer die begrenzte Projektfläche besser ausnutzen und eventuell eine Anlage mehr unterbringen, diese vielleicht näher an die Grenzen der Eignungsflächen und an Wohnbebauung heranplanen.
Serrations erzeugten auch eine bessere Aerodynamik, heißt es mitunter. Was birgt mehr Potenzial: der energiereichere Auftrieb oder weniger Abschaltungen?
Axel Sachse: Auf die beste Windernte eingestellte Parks sind heute ein Arrangement, das ein guter Kompromiss zwischen höchstem Ertrag und dem Einhalten der Immissionsschutzauflagen ist. Anlagen mit und ohne Serrations unterscheiden sich in der Praxis durch 1 bis 2 dB(A), das bringt pro Anlage mehrere 100 Kilowatt mehr maximale Erzeugung, besonders durch den Mehrbetrieb in der Nacht.
Wie gut ist der Markt für Rotorblatteffizienzverbesserungen schon?
Axel Sachse: Er scheint immer neue Lösungen bereitzustellen, die Hersteller selbst anbieten oder von unabhängigen Anbietern einkaufen. Theoretisch kann auch der Kunde sich mit Hinterkantenprofilen beliefern lassen. Herausforderungen sind hier aber ein Konflikt mit der Garantie für die Windturbinentechnik, die der Hersteller nach Nachrüstungen ohne seine Beteiligung vielleicht nicht aufrechterhalten will, und spezielle Genehmigungsanforderungen.
Web-Wegweiser:
dnv.de/energie/dienstleistungen/wind