Der Bundestag hat den einseitig auf Gaskraftwerke zugeschnittenen Regierungsentwurf für einen Kapazitätsmarkt entschärft. Doch die Hürden für Speicher bleiben weiter hoch.
Sonst meidet Europas Windkraftverband EWEA nationale Streitfragen, nun aber hat er harsch neue Maßnahmen zum Schutz konventioneller Kraftwerke wie die deutsche Kapazitätsreserve kritisiert. „Das wahre Problem ist, dass manche Mitgliedsstaaten schlicht zu viel konventionelle Kapazitäten installierten“, sagte EWEA-Politikchef Kristian Ruby am gestrigen Donnerstag, während in Slowenien Europas Energieregulierungsbehörden zum Thema „Eine Energieunion für Verbraucher“ tagten.
Die Biogasbranche hofft auf bessere Marktchancen durch steigende Börsenpreise. Langfristig könnte dabei das neue Strommarktdesign der Bundesregierung eine Rolle spielen, dahingehen, dass Kapazitätsmärkte die Preise weiter im Keller halten würden.
Die Frage, ob wir Kapazitätsmärkte brauchen, kursiert weiter. Täglich melden sich Befürworter und Gegner zu Wort.
Was ist bei der Reform des Energiemarkts erlaubt? Fast alles, meint Lex Hartman, Geschäftsführer für Unternehmensentwicklung, öffentliche Angelegenheiten und Gleichstromverbindungen bei Übertragungsnetzbetreiber Tennet, im Interview mit ERNEUERBARE ENERGIEN (Oktoberheft). Wir dokumentieren hier das kurz vor der Bundestagswahl geführte Gespräch in voller Länge.
Niedersachsen Umweltminister Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) bringt Farbe in den inhaltsleer vor sich hin dümpelnden Bundestagswahlkampf. Zuletzt äußerte sich Wenzel mehrfach mit bundespolitischen Forderungen zur Energiewende. Wir haben mit ihm über Illussionen, die Notwendigkeit besserer Abstimmung und das Hausaufgabenmachen gesprochen. Teile dieses Gesprächs finden Sie als Interview im Septemberheft. Weitere Aussagen präsentieren wir Ihnen hier vorab.
Die Energiewende braucht Vorschläge, die schnell und unbürokratisch umsetzbar sind, einen vergleichsweise geringen Aufwand erfordern und schrittweise zu machen sind. Das gilt inbesondere für die Netze. Sie müssen auf eine zunehmend fluktuierende Einspeisung von Wind- und Solarstrom umgerüstet werden. Zum Beispiel so: Sämtliche Wohnungen in Deutschland könnten selbst zu Energiespeichern werden - um so die Netze dezentral zu stabilisieren.
Der WWF warnt vor der Stilllegung fossiler Kraftwerke und fürchtet um die Wirtschaftlichkeit neuer flexibler und emissionsarmer Gasmeiler. Mit der zunehmenden Zahl der Erneuerbare-Energien-Anlagen würden dringend benötigte fossile Regelkraftwerke unrentabel. Damit gerate die gesamte Energiewende in Gefahr.