Auch der zweitwindreichste Monat des Jahres konnte die Bilanz der Elektrizitätsernte aus den 2025-er Luftströmungen nicht mehr rangentscheidend bessern: Mit genau 15.607 Megawattstunden erreichte die Dezembereinspeisung der deutschen Windturbinen ins öffentliche Stromnetz genauso nur den bisher drittbesten Wert in einem Dezember, wie die Windstromernte auch im Gesamtjahr hinter der Erzeugung der vorangegangenen zwei Jahre zurückblieb. Nach dem bisherigen Rekord-Windkraftjahr 2023 mit 139,4 Terawattstunden (TWh) und dem Folgejahr 2024 mit 136,4 TWh, blieb der Eintrag für 2025 bei 132 TWh stehen.
Das war zudem nur noch 2 TWh vor dem viertbesten Windkraftjahr 2020, das hierzulande knapp 130 TWh eingebracht hatte. Dabei hatten die Windenergieunternehmen schon im Verlauf des vorangegangenen Jahres die Erzeugungskapazität der Windparks bundesweit nach Abzug der Leistungskraft rückgebauter Altanlagen um 2,5 Gigawatt Nennleistung erhöht. Und auch in den vergangenen zwölf Monaten sind nun vermutlich nach und nach weitere rund vier Gigawatt Nennleistung netto zur Stromerzeugung hinzugekommen.
Das ergeben die Datensammlungen zur Jahreswende des Internet-Strombilanz-Portals Energy-charts.de vom Institut Fraunhofer ISE. Eine Erklärung für das schwächere Ergebnis der Windstromerzeugung dieses Jahres lieferte im Juli bereits das Umweltbundesamt mit einem Verweis auf die Bewertung des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach zum Windaufkommen im ersten Halbjahsr. Demnach waren die Monate Februar bis April eine lange Phase mit ungewöhnlich wenig Windaufkommen und dem sogar windärmsten Monat März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Mehr als vier Terawattstunden hatten die Netzbetreiber zudem an Windstrom bereits wieder bis September abgeregelt, um die Überlastung der Leitungen bei einer zum Stromverbrauch sonst drohenden übermäßigen Erzeugung zu verhindern. So wies es die Informationsplattform Smard der Bundesnetzagentur aus, wobei diese für 2024 zu diesem Zeitpunkt bereits knapp mehr als 5,0 TWh ausgebremste Windkrafterzeugung festgestellt hatte und Mitte 2025 in der Abschlussberechnung fürs Vorjahr 2024 eine Gesamtabregelung durch solche Redispatch-Netzstabilisierungen von 7,95 TWh.
Allerdings belegten die Windparks auch dank wohl mehrerer sich verbessernder Merkmale ihre inzwischen hinzugewonnene Stabilität für eine verlässliche Mindesteinspeisung. Bemerkbar dürften sich so zunehmend die breite Verteilung des Turbinenbestands über die gesamte deutsche Landfläche hinweg machen und auch die zunehmend höher in stabilere Windströmungsregionen hinein ausgreifenden neuen Großanlagen. Der Oktober mit 16,6 TWh und der Januar mit 15,4 TWh waren vor und knapp nach dem Dezember noch die zwei weiteren von insgesamt erneut drei Monaten, die inzwischen im Jahresverlauf mehr als jeweils 15 TWh einbringen, was erstmals 2023 und dann wieder 2024 schon eingetreten war. Zudem hatte es auch 2025 wieder sechs Monate mit mehr als zehn Terawattstunden Windstrom gegeben, wenngleich nicht mehr acht wie 2024 oder sieben wie schon 2021 und nochmals 2023. Dass die deutschen Windparks in der Hälfte des Jahres, also in sechs Monaten über der 10-TWh-Marke einspeisen ist seit 2019 das regelmäßíge alljährliche Mindestmaß.
Zugleich hielten ein ungewöhnlich starker Windstrom-Juni mit knapp 10,4 TWh sowie ein in den saisonal üblichen Flautemonaten des Frühlings, des Sommers oder des Frühherbstes nur noch auf sieben Terawattstunden abfallendes Monatsniveau dagegen. So blieb der April bei 6.967 TWh Erzeugung stehen, während 2024 der August noch bei 6,5 TWh verharrt war und 2023 mit Juni, August, September es noch drei Monate gut erkennbar unter einem 7-TWh-Limit geendet waren – mit einem Juni von nur knapp aufgerundet 6,0 TWh. Nur ein Jahr zuvor, 2022, hatten die zwei windärmsten Mitte-des-Jahres-Monate sogar noch zwei sehr tiefe 5,4- und 4,4-TWh-Werte eingebracht.
Die Windparks im Meer erzeugten im vergangenen Jahr hingegen 26,1 TWh. Dies bedeutete die zweitbeste Windenergie-Offshore-Ernte, nachdem 2020 bereits 26,9 TWh aus der See ins Netz gelangt waren. Am 30. Dezember um 0.15 Uhr erzeugten die Offshore-Windräder in deutscher See zudem so kräftig Elektrizität wie nie. Bei 8.027 MW effektiver Einspeiseleistung übertrafen sie das jeweilige Offshore-Maximum der drei Vorjahre mehr oder weniger deutlich. 7,6, 7,6 und 7,3 Gigawatt (GW) waren bislang die höchsten Gesamtbetriebsstärken der hiesigen Seewindkraftflotten. An Land kam es am 28. April zu einer maximalen Einspeisung mit 46,45 GW. Bisher erreichten die Turbinenparks nur im Rekordwindstromjahr 2023 einen stärkeren Moment der Windstrom-Erzeugung, als die Onshore-Rotoren einmal auf 47,9 GW aufdrehten.
Und immerhin ergänzt auch die Photovoltaik durch ihren starken Ausbau in Deutschland die windkraftschwächere Sommereinspeisung so günstig, dass sich der Anteil der Grünstromversorgung im Land weiter erhöht: So betrugen die höchsten Anteilswerte der Erneuerbare-Energien-Anlagen an der Versorgung der Last 130,9 Prozent und Spitzenanteile der Erneuerbaren an der Erzeugung 92,2 Prozent.