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Besuch bei Lanthan Safe Sky auf den Spreewindtagen

Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung ist ein Riesenthemen unter Windparkbetreibern, schließlich müssen alle ihre Anlagen demnächst umgerüstet haben. ERNEUERBARE ENERGIEN hat dazu auf den Spreewindtagen interessante Einblicke von einem Marktführer erhalten. Lennard Klümper, Vertriebsleiter Lanthan Safe Sky, erklärt im Video und hier im schriftlichen Interview, worauf Betreiber achten müssen.  

Müssen sich Onshore-Betreiber jetzt beeilen, wenn sie es bisher versäumt haben, auf BNK umzurüsten? Wie viel Zeit müssen sie einplanen, wenn sie ihren Windpark jetzt umrüsten wollen? Kommt es gar zu Liefer- oder Montageengpässen? 

Lennard Klümper: Definitiv, wir erleben hier im gesamten Markt eine aufkommende Welle und einen Zeitdruck, dem die unterschiedlichen Systemanbieter nur bedingt gewachsen sind. Besonders die Ertüchtigung der WEA durch die Hersteller sollte sehr zeitnah beauftragt werden, da die Hersteller bereits bis Q3 nächsten Jahres ausgebucht sind. Ein weiterer Schritt, der viel Zeit in Anspruch nehmen und den Prozess dementsprechend verzögern kann, ist die Genehmigung. Hier haben wir durch die enge Abstimmung mit unserer Baumusterprüfstelle einen sehr guten, mit den Behörden abgestimmten Prozess entwickelt, um die fristgerechte Ausrüstung zu ermöglichen. Aufgrund der hohen Zahl an angefragten Windparks erweitern wir unsere Kapazitäten stetig, aber auch wir werden die fristgerechte Umrüstung nicht mehr allzu lange garantieren können.

Kümmern Sie sich auch um Genehmigung, Montage und später um die Wartung der BNK? 

Lennard Klümper: Wir unterstützen beim gesamten Umsetzungsprozess. Die Genehmigungsunterlagen werden von uns vorbereitet und dann vom Betreiber als Vorhabensträger eingereicht. Die Montage des Systems kann über uns, aber auch über Kooperationspartner oder den Windenergieanlagenhersteller erfolgen. Wir finden hier für jedes Projekt die sinnvollste Lösung. Die Wartung der BNK, die in der AVV gefordert wird, erfüllen wir durch unsere permanente Fernüberwachung. Eine Sichtprüfung vor Ort kann alle zwei Jahre durch die Wartungsunternehmen durchgeführt werden.

Sie haben in diesem Jahr das größte zusammenhängende transponderbasierte BNK-Projekt zusammen mit BNK SH Nord realisiert. Dort haben sich norddeutsche Betreiber zusammengeschlossen. Hat sich diese Vorgehensweise als vorteilhaft erwiesen?

Lennard Klümper: Die Erfüllung der BNK-Pflicht stellt sich für alle Beteiligten als komplexer, als zu Beginn angenommen, heraus. Die Koordination dieser Erfüllung für mehrere Windparks durch Betriebsführer oder einzelne Vertreter eines Zusammenschlusses hat sich aus unserer Sicht als extrem hilfreich erwiesen. 

Synergieeffekte können so voll ausgeschöpft werden (die Abdeckung des Gebiets kann ohne Beachtung einzelner Windpark-Grenzen erfolgen und Empfänger können optimal positioniert werden). Wenige Ansprechpartner bündeln die Expertise und die Verhandlungsmasse für mehrere 100 WEA – so können die optimalen Ergebnisse in Abstimmung mit Systemanbieter, WEA-Hersteller, Wartungsbetrieben und Behörden erreicht werden. Für alle ist dies ein Gewinn.

Warum brauchen Offshore-Anlagen ebenfalls BNK? Auf dem Meer stört das Blinken doch nicht.

Lennard Klümper: Dieser Gedankengang ist auf den ersten Blick sehr menschlich, allerdings stört das Blinken beispielsweise in der Nähe der Inseln und Halligen in der Nordsee besonders. Sowohl Tiere, als auch Menschen. Unter anderem trifft dies Touristen, die Erholungsurlaub machen möchten. Ob es Parks auf dem offenen Meer geben wird, die eine Befreiung von der BNK-Pflicht erzielen können, ist derzeit noch unklar. Wir stehen mit unserer gebündelten Expertise auch im Offshore-Bereich gerne für diese Betreiber zur Verfügung und werden die ersten Offshore-Installationen unseres Systems bereits im kommenden Jahr durchführen.

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