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Auktion für solare Freiflächen: Knapp die Hälfte der Projekte geht leer aus

Wie schon in der Vergangenheit immer wieder war auch die jüngste Versteigerung von Marktprämien für Strom aus solaren Freiflächenanlagen heftig überzeichnet. Tatsächlich hat die Bundesnetzagentur doppelt so viel Leistung im Posteingang registriert, wie als Volumen zur Auktion stand.

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Konkret haben sich an dieser Ausschreibung 532 Projekte mit einer Gesamtleistung von 4.622 Megawatt beteiligt. Das Ausschreibungsvolumen lag aber mit 2.295 Megawatt deutlich niedriger. Deshalb konnte die Bundesnetzagentur auch nur 268 Gebote mit einer Gesamtleistung von 2.299 Megawatt mit einer Marktprämie bedenken. Zieht man die 39 Gebote ab, die aus formalen Gründen von der Auktion ausgeschlossen wurden, konnten immerhin etwas mehr als die Hälfte der teilnehmenden Projekte eine Marktprämie bekommen.

Preise sinken leicht

Da die Projektierer in den vergangenen Jahren schon die Erfahrung gesammelt haben, dass der Wettbewerb bei den Freiflächenauktionen extrem hoch ist, müssen sie möglichst knapp kalkulieren, um Erfolg zu haben. Dies wirkt sich auf die Gebotspreise aus. So liegen die Gebote, die in dieser Auktion eine Marktprämie gewonnen haben, zwischen 3,99 und 5,10 Cent pro Kilowattstunde. In der vorhergehenden Runde betrugen die Zuschlagswerte noch 4,40 bis 5,30 Cent pro Kilowattstunde. Damit sinkt auch der mengengewichtet durchschnittliche Zuschlagswert leicht von 5,00 auf 4,94 Cent pro Kilowattstunde. Damit wird deutlich, dass viele Projekte eher im oberen Bereich der Spanne agieren.

Große Projekte in Niedersachsen

Dass die meisten Zuschläge nach Bayern gehen, ist schon fast Standard bei den Freiflächenausschreibungen. So waren 106 Projekte mit einer Gesamtleistung von 693 Megawatt im Freistaat erfolgreich – immerhin mehr als ein Drittel der Gebote und knapp ein Drittel der Leistung. Immerhin 33 Projekte mit einer Gesamtleistung von 340 Megawatt gingen nach Niedersachsen.

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Hier entstehen die größeren Projekte. Denn das durchschnittliche Gewinnerprojekt in Bayern hat eine Leistung von 6,5 Megawatt, während die Durchschnittsleistung der Anlagen in Niedersachsen bei 10,3 Megawatt liegt. Damit schlägt das norddeutsche Bundesland auch Baden-Württemberg. Hier konnten zwar mit 45 Zuschlägen mehr Projekte eine Marktprämie gewinnen. Doch mit 333 Megawatt liegt die Gesamtleistung leicht unter der in Niedersachsen.

Randstreifen bleiben die erste Wahl

Dabei spielen Randstreifen von Autobahnen und Schienenwegen weiterhin eine zentrale Rolle beim Ausbau von Solarparks. In diesem Segment werden 123 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.026 Megawatt mit einer Marktprämie aus der aktuellen Auktion gebaut. Doch auch Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten spielen weiterhin eine wichtige Rolle. In diesem Segment haben sich 73 Projekte mit einer Gesamtleistung von 760 Megawatt durchgesetzt.

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Da bleibt nicht mehr viel übrig für die besonderen Solaranlagen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Agri-PV-Projekte, schwimmende Anlagen und solare Parkplatzüberdachungen. In diesem Bereich haben 59 Anlagen mit einer Gesamtleistung von immerhin noch 439 Megawatt eine Marktprämie gewonnen – so viele wie nie zuvor.