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Firma Doppelernte über Agri-PV: Für uns steht der Landwirt im Mittelpunkt

Wie sieht Ihr Agri-PV-Portfolio derzeit aus? Wieviel planen Sie hier? 

Unsere Pipeline umfasst aktuell rund 150 MW an Agri-PV-Projekten, jeweils ergänzt um Batteriespeicher. Was uns von klassischen Projektierern unterscheidet: Hinter jedem dieser Projekte steht ein Landwirt, der selbst entscheidet, in welcher Rolle er dabei ist. Genau deshalb ist unser Portfolio so vielfältig — von hochaufgeständerten über vertikale bis zu nachführenden Tracker-Systemen ist alles dabei, wobei unsere Kunden die Tracker klar bevorzugen. Ein erheblicher Teil der Projekte ist für die Umsetzung 2026/27 terminiert; wie in der ganzen Branche hängt das genaue Tempo an den Netzanschluss- und Genehmigungsfenstern, die wir aktiv mitsteuern. Uns ist dabei wichtiger, mit einer überschaubaren Zahl an Flächen intensiv zu arbeiten, als möglichst viel Land zu binden.

Wie sieht Ihr Geschäftsmodell aus? 

Unser Ansatz ist ein anderer als der vieler Projektierer, die vor allem eines wollen: die Fläche des Landwirts pachten. Wir stellen die Landwirtschaft in den Mittelpunkt und empfehlen unseren Partnern in aller Regel das Gegenteil — nämlich das Projekt selbst zu behalten und die Wertschöpfung im eigenen Betrieb zu halten, statt sie zu verpachten. Deshalb entscheidet bei uns der Landwirt, welches Modell zu ihm passt — nicht wir. Das kann der volle Eigenbetrieb sein, eine gemeinsame Gesellschaft, in der wir uns partnerschaftlich mitbeteiligen und unser Know-how einbringen, oder — wenn jemand bewusst gar nichts mit dem Betrieb zu tun haben möchte — auch eine Verpachtung. Und das Schöne daran: Diese Entscheidung muss niemand am Anfang treffen. Das Modell wächst im Prozess mit, je nachdem, was am Ende am besten zum Betrieb passt. Für den Landwirt haben wir das bewusst risikoarm aufgebaut: ein kleiner Fixanteil zu Beginn, der Großteil unserer Vergütung ist eine erfolgsabhängige Zahlung — die fällt nur an, wenn die Anlage wirklich gebaut wird. Unser Interesse ist damit zu 100 Prozent an das des Landwirts gekoppelt: Wir verdienen erst, wenn sein Projekt auch tatsächlich umgesetzt werden kann. Als reiner Dauerbetreiber sehen wir uns nicht — unsere Stärke ist die partnerschaftliche Entwicklung und Realisierung. Wie wir ein Projekt im Detail strukturieren, stimmen wir individuell mit jedem Partner ab.

Es klingt so, als sei das Thema Agri-PV inzwischen wirtschaftlich darstellbar. Richtig? 

Ja, Agri-PV ist heute wirtschaftlich darstellbar — allerdings nicht über uns als Doppelernte allein, das wäre unseriös zu behaupten. Es ist das Gesamtpaket: Nachführende Tracker liefern gegenüber starren Systemen einen deutlichen Mehrertrag – insbesondere durch die Erzeugung in den Morgen- und Abendstunden – und fangen so einen großen Teil der höheren Montagekosten wieder ein. Dazu kommt die spürbar höhere gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber klassischer Freiflächen-PV — ein zunehmend harter Standortfaktor. Für den Landwirt ist am Ende aber vor allem eines entscheidend: Er trägt minimales Investitionsrisiko und erhält — je nach gewähltem Modell — eine planbare, langfristige Beteiligung an einem funktionierenden Projekt, deutlich über dem, was klassische Pacht bringt. Die Wirtschaftlichkeit rechnen wir für jeden Standort einzeln, und jeder Partner sieht transparent, wie sich sein Anteil zusammensetzt.

Apropos – Doppelernte, Ihr Name: Oft fallen große Teile der Erntefläche weg durch die Photovoltaik. Wie ist das Verhältnis bei Ihnen?

Der Name ist bei uns Programm, nicht Marketing. Maßgeblich für Agri-PV ist die DIN SPEC 91434: Bei bodennahen Anlagen dürfen maximal 15 Prozent der Fläche der Landwirtschaft entzogen werden, bei hoch aufgeständerten Systemen sogar nur 10 Prozent. Ebenso entscheidend: Mindestens 66 Prozent des landwirtschaftlichen Referenzertrags müssen erhalten bleiben. Genau das ist der Kern der Doppelernte — zwischen und unter den Modulreihen wird weiter aktiv Landwirtschaft betrieben. Die Fläche fällt also nicht weg, sie wird zweifach genutzt: Energie und Ernte auf demselben Hektar. Technologisch setzen wir bevorzugt auf nachführende Tracker. Und weil wir jedes Projekt gemeinsam mit dem Bewirtschafter planen — also, welche Kultur, welche Maschinen, welche Reihenabstände —, bleibt die Fläche das, was sie ist: bewirtschaftbares Ackerland.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Landwirten? Wie ist da Ihre Erfahrung? 

Für uns steht der Landwirt im Mittelpunkt, nicht die Fläche — das ist der eigentliche Unterschied zu vielen im Markt. Wir kommen nicht mit einem fertigen Pachtvertrag, sondern mit der Frage: Was passt zu Ihrem Betrieb? Der Landwirt entscheidet, ob er selbst betreibt, sich partnerschaftlich mit uns beteiligt oder einen anderen Weg geht — und er muss sich nicht am ersten Tag festlegen. Vertrauen entsteht dabei über Konkretes, nicht über Versprechen. Die häufigsten Fragen drehen sich um langfristige Bindung, Bodenqualität und Rückbau — darauf haben wir klare, vertraglich gesicherte Antworten. Der Landwirt bewirtschaftet seine Fläche weiter, behält seine agrarförderrechtliche Nutzung und gewinnt ein zweites, stabiles Standbein über Jahrzehnte. Wir bringen Technik, Kapital und Genehmigungs-Know-how ein, er bringt Land und Landwirtschaft. Und weil wir erst verdienen, wenn sein Projekt steht, ziehen wir von Anfang an am selben Strang. Diese Partnerschaft auf Augenhöhe ist der Kern von Doppelernte.