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Gebäudeenergiegesetz: Vermieter sind uninformiert

Seit Januar dieses Jahres ist das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es gilt als wichtiger Baustein der Energiewende. Allerdings fehlt bei einem Großteil der Vermieter:innen immer noch Informationen darüber, wie die Vorgaben umgesetzt werden können.

Das ist das Ergebnis einer aktuelle Befragung von privaten und gewerblichen Vermieter:innen durch den Energiedienstleister Techem. So haben mehr als zwei Drittel der privaten gewerblichen Vermieter:innen immer noch kein umfassendes Verständnis des GEG haben. Deshalb ist auch das Interesse an weiterführenden Informationen hoch. Dies unterstreiche die Notwendigkeit einer intensiveren Aufklärung zum GEG.

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Investition auf Mieter abwälzen

Grundsätzlich befürworten 63 Prozent der privaten und 59 Prozent der gewerblichen Vermieter:innen die Regelung zum Heizungsaustausch. Sie finden es allerdings auch gerecht, dass bestehende Heizungsanlagen bis Ende 2044 mit bis zu 100 Prozent fossilem Erdgas oder Heizöl betrieben werden dürfen.
Allerdings wollen sie gleichzeitig mehr Geld. Denn die strikte Begrenzung der Modernisierungsumlage wird nur von etwa einem Viertel der Befragten als gerecht empfunden. Die Regelungen legen fest, dass bei einer Heizungsmodernisierung über einen Zeitraum die von sechs Jahren 50 Cent pro Quadratmeter und Monat auf die Mieter:innen umgelegt werden darf. Das sind am Ende aber immer noch bei einem Wohnhaus mit zehn Wohneinheiten mit jeweils 60 Quadratmeter immer noch 21.600 Euro.

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Höhere Baukosten vs. Einsparungen beim Betrieb

Die Verminter:innen müssen hier zudem in die Vorkasse gehen. Deshalb geben knapp drei Viertel der privaten und zwei drittel der gewerblichen Vermieter:innen an, dass die Regelungen für sie eine signifikante finanzielle Belastung darstelle – trotz üppiger Fördermöglichkeiten, die viele Vermieter:innen dann auch noch gern auf die Mieter:innen umlegen wollen würde. Die dadurch steigenden Baukosten würden zu höheren Mieten führen. Inwieweit die moderne Regenerativheizung Betriebskosten für die Mieter:innen einspart, darüber gibt die Studie keinen Aufschluss.

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Vermieter bezweifeln Umweltschutz von Ökoheizungen

Die Mehrheit der Vermieter:innen sieht bürokratische Hürden – neben dem Fachkräftemangel – als Hemmnis bei der Umsetzung der Heizungsmodernisierung. Wenig überraschend fällt bei ihnen das Urteil, das GEG sein insgesamt zu kompliziert, was aber sicherlich nicht zuletzt mit dem bestehenden Informationsdefizit einhergeht. Zudem bezweifelt knapp zwei Drittel der Vermieter:innen, dass der Umstieg von fossilem Öl- oder Gas auf klimafreundlichen Ökostrom oder Sonnenwärme vom Dach in der Heizung zur Erreichung der Klimaschutzziele beitrage.

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Wärmepumpe steht im Mittelpunkt

Dank der Kampagne des vergangen Jahres wird der Umstieg auf eine Regenerativheizung vor allem als Umstieg auf Wärmepumpen wahrgenommen. Mehr als die Hälfte der befragten Vermieter:innen wird sich beim Umstieg für diese Technologie entscheiden – potenziell auch in Kombination mit Solarthermie oder einer Gas- oder Biomasseheizung. Nur ein möglicher Nah- oder Fernwärmeanschluss war bei den gewerblichen Vermieter:innen noch beliebter. „Insbesondere Wärmepumpen kommt bei der Energiewende eine Schlüsselrolle zu. Wie die jüngste Verbrauchskennwerte-Studie von Techem zeigt, sind die Heizungsanlagen des Gebäudebestandes von Mehrfamilienhäusern in Deutschland, der derzeit mit Heizkörpern beheizt wird, bereits zur Hälfte oder sogar zu 90 Prozent – nach einem Heizkörpertausch – für den Einsatz von Wärmepumpen geeignet“, sagt Matthias Hartmann, Geschäftsführer von Techem. „Es ist essenziell, dass wir die Möglichkeiten der grünen Heiztechnologien voll ausschöpfen, um den Übergang zu nachhaltigeren Energien zu beschleunigen und unsere Kunden dabei unterstützen, sowohl umweltfreundlich als auch wirtschaftlich zu heizen“, betont er. (su)