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Die letzte Auktion Wind an Land war überzeichnet.

Ausschreibungen

Wind an Land: Dezember-Auktion überzeichnet

Deutlich mehr Bewerber als Zuschläge bei der letzten Ausschreibungen 2020: Projekte mit 290 MW gingen leer aus. Auch Solar überzeichnet.

Katharina Wolf

Ganz zum Schluss war die Ausschreibung für Windenergie an Land 2020 dann doch ein Mal überzeichnet. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, wurden zum 1. Dezember knapp 367 MW Windstromleistung ausgeschrieben. Eingereicht worden waren allerdings 96 Gebote mit einem Volumen von rund 657 MW.

Die meisten Projekte gingen nach Schleswig-Holstein

Insgesamt bekamen 58 Gebote zu fast 400 MW einen Zuschlag, drei wurden mussten wegen Formfehlern ausgeschlossen werden. Die meisten Windpark-Projekte gingen laut Bundesnetzagentur nach Schleswig-Holstein (31, 153 MW), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (11, 89 MW) und Niedersachsen (8, 85 MW). Der durchschnittliche Zuschlagswert sank von 6,11 Cent pro Kilowattstunde auf nun 5,91 Cent. In dieser Runde wurde auch die Obergrenze des Netzausbaugebiets vollständig ausgeschöpft, denn auch hier war die ausgeschriebene Menge überzeichnet: Auf 178 ausgeschriebene MW wurden 286 MW eingereicht. Das Netzausbaugebiet begrenzt den Windausbau in Norddeutschland, in denen bereits viel Ökostrom produziert wird, zugleich aber wegen fehlender Stromnetze regelmäßig Engpässe auftreten. Mit dem EEG 2021, dass am 1. Januar in Kraft tritt, wird das Netzausbaugebiet allerdings abgeschafft.

Auch Photovoltaik deutlich überzeichnet

Erneut deutlich überzeichnet war auch die Solarausschreibung. Zum 1. Dezember wurden 186 Gebote mit einem Umfang von 936 MW abgegeben, ausgeschrieben waren nur knapp 257 MW. Den Zuschlag erhielten 45 Gebote für 264 MW, davon 13 auf Acker- und Grünlandflächen in Bayern. Der durchschnittliche Zuschlagswert sank von 5,23 Cent pro Kilowattstunde auf 5,10 Cent. 42 Photovoltaik-Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen, darunter 16, die zu spät eingingen.

BWE: Branche hat sich Genehmigungen hart erarbeitet

Der Bundesverband Windenergie (BWE) kommentierte, die erstmalige Überzeichnung sei keine Überraschung. Die Ursache liegt nach Angaben des Verbandes in dem positiven Trend bei Genehmigungen, die sich die Branche in den zurückliegenden Monaten hart erarbeitet habe. Noch mehr Genehmigungen seien allerdings möglich, wenn der Bundesgesetzgeber die Aufgabenliste Wind an Land endlich umsetzen würde beispielsweise die Anpassung der Abstände um die Drehfunkfeuer an internationalen Maßstäbe. Zudem dürften die Unsicherheiten zu den Regelungen ab 1. Januar 2021 gewesen mitverantwortlich für die hohe Zahl an Projekten gewesen sein. BWE-Präsident Hermann Albers zog trotz der Überzeichnung im Dezember eine negative Bilanz für den Ausbau der Windenergie an Land: 2020 seien zwar insgesamt 3.860 MW Wind an Land ausgeschrieben, aber nur 2.672 MW bezuschlagt worden. „1.188 MW verlorenes Volumen lasten als schwere Hypothek auf der Energiewende“, so Albers. „Es braucht eine zügige Dynamisierung bei Genehmigungen und Zubau, um die entstandene Lücke zu schließen. Das Versprechen der Koalition aus dem Entschließungsantrag zum EEG in der vergangenen Woche, noch im 1. Quartal 2021 zu handeln, gewinnt damit nochmals an Bedeutung.“