Foto: Calyxo TS Solar GmbH

Effizienzrekord

Deutscher Dünnschicht-Hersteller schafft 25 Prozent Wirkungsgradverbesserung

Mit 16,5 Prozent will Calyxo aus Bitterfeld wettbewerbsfähig sein gegenüber kristalliner Technologie und asiatischen Wettbewerbern.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Die Dünnschicht-Module der Calyxo TS Solar GmbH aus Bitterfeld-Wolfen erreichen jetzt einen Wirkungsgrad von 16,5 Prozent statt der durchschnittlichen 13 Prozent. Für Dünnschicht ist das ein Rekord. Die Leistung pro Modul konnte somit um rund 25 Prozent von durchschnittlich 90 Watt auf über 118 Watt erhöht werden. Der europäische Marktführer kann damit nach eigenen Angaben mit asiatischen Wettbewerbern konkurrieren.

Die Cadmium-Tellurid(CdTe)-Module mit einem Wirkungsgrad von 16,5 Prozent sind nach Herstellerangaben vergleichbar mit dem Wirkungsgrad kristalliner Solarmodule, der im Bereich von 19,8 Prozent liegt. Die Leistung der neuen Module wurde durch eine unabhängige Untersuchung der Universität Coburg bestätigt. Schon im Januar hatte Calyxo einen Wirkungsgrad von 15,5 Prozent vermeldet. Es handelt sich dabei um stabilisierte Wirkungsgrade nach einem beschleunigten Alterungstest auf Produktionsmodulen.

Dünnschicht ist keine Nischentechnik

„Die erneute Effizienzsteigerung zeigt, dass Dünnschicht-Solarmodule in der Photovoltaikindustrie längst keine Nischentechnologie mehr sind“, sagt Stephan Köhne, CEO der TS Group. „Nicht nur, dass wir jetzt schon mit handelsüblichen kristallinen Modulen mithalten können. Wir sind überdies davon überzeugt, dass das Potenzial von CdTe-Modulen noch lange nicht ausgeschöpft ist.“ Michael Bauer, CTO der Calyxo TS Solar GmbH, erklärt: „Unser Ziel ist es, bis zum Ende des Jahres einen weiteren Effizienzsprung zu schaffen. Da ist noch mehr drin!“ Die Forschung geht davon aus, dass die relativ junge Dünnschicht-Technologie Wirkungsgrade von bis zu 30 Prozent erzielen kann.

Laut Calyxo sind CdTe-Dünnfilmmodule widerstandsfähiger als kristalline Module. Die Glas-Glas-Module hätten zudem eine längere Lebensdauer als übliche Glas-Folien-Module. Zudem erzielen die Module nach Herstellerangaben höhere Erträge bei schlechten Lichtbedingungen als kristalline Module.

Investoren gesucht

Calyxo wurde vor einem Jahr durch die TS Group GmbH übernommen. Aktuell ist die Calyxo TS Solar GmbH auf der Suche nach Investoren, um neue Fabriken für großformatige Photovoltaik-Module zu bauen. „Unsere Technologie hat einen Reifegrad erreicht, der Dünnschichtmodule nicht nur effizienter macht“, so Köhne. Neben Gebäudeintegrierter Photovoltaik und konventionellen Dachsystemen hält die Calyxo TS Solar GmbH auch schwimmende PV-Anlagen für einen aufstrebenden Markt. Für diese Form der Energiegewinnung sind Glas-Glas-Module besonders geeignet, da sie der hohen Luftfeuchtigkeit besser standhalten können – im Gegensatz zu Glas-Folien-Modulen.

Photovoltaikmarkt

Produktion in Deutschland ist profitabel

Die Dünnschichtproduktion ist auch in Deutschland profitabel möglich. Denn die Unternehmen sind klein und die Preisreduktion folgt einer anderen Logik als bei der kristallinen Technologie.

Photovoltaik der nächsten Generation

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Der britische Solarzellenhersteller Oxford PV hat bei Meyer Burger eine Produktionslinie für seine Tandemsolarzellen mit zusätzlichem Perowskithalbleiter geordert. Die Massenfertigung soll noch in diesem Jahr starten.

Antidumping in den USA

Bifaciale Module von Importzöllen ausgenommen

In Zukunft werden keine Strafzahlungen auf bifaciale Module mehr fällig, die aus China in die USA eingeführt werden. Unter die Ausnahmeregelungen fallen auch Fieberglas- und semitransparente Module.

Wartung von Solaranlagen

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Die Ergebnisse der Leistungs- und Qualitätstests an Modulen von First Solar durch das PI Berlin erkennt der amerikanische Modulhersteller in Zukunft schneller an. Die Anlagenbetreiber und Investoren können damit ihre Projekte besser absichern.