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Großbritannien

Think Tank: Investitionen in britische Erneuerbaren-Projekte gehen 95 Prozent zurück

Die Investitionen insbesondere in Windfarmen drohten binnen der nächsten drei Jahre über eine Klippe zu fallen, kommentierte die Tageszeitung Guardian das Ergebnis der Think-Tank-Studie.  Von 2017 bis Ende 2020 werde das Investitionsvolumen in die Regenerativen schon um bis zu 95 Prozent einbrechen, so hatte Green Alliance offizielle Angaben zu erwarteten und bevorstehenden Investitionen in neue Biomasse-, Wind-, Solar- und Müllverwertungs-Energieanlagen zusammengerechnet. Die Allianz beruft sich dabei auf eine Infrastruktur-Pipeline der Regierung, auf die der Guardian auch auf seiner Nachrichtenseite im Internet verlinkt.

Die im Januar erst von einigen Medien aufgegriffene Warnung vor einem Einbruch des Erneuerbaren-Trends auf der Insel hatte Green Allianz bereits im Dezember veröffentlicht. Die Londoner Analysten hatten davor lediglich die in der sogenannten National Infrastructure and Construction Pipeline 2016 aufgeführten Investitionsvorhaben geprüft und so den deutlichen Negativtrend festgestellt.

Verantwortlich für den starken Rückgang des Interesses von Kapitalanlegern in die britischen Erneuerbaren sind die Förderungskürzungen der konservativen britischen Regierung. Green Alliance und der Guardian verweisen dabei vor allem auf die im Mai 2016 durch London beschlossene Beendigung der Förderung von Windenergie an Land. Zwar waren im Mai noch Übergangsregelungen für bereits frühzeitig genehmigte Projekte in den zuvor noch strengeren Gesetzentwurf der Regierung eingefügt worden. Doch die Beendigung der Förderung ohne gleichzeitige Unterstützung eines investitionsfreundlichen marktwirtschaftlichen Umfelds  drohe zu einem radikalen Stopp bei den Erneuerbaren-Investitionen zu führen, resümierte Green Alliance. Alleine eine Milliarde Euro schon in Aussicht stehender Investitionen in Erneuerbare allgemein seien schon im Verlauf des Jahres 2016 wieder aus den öffentlichen Bekenntnissen zu Investitionsplänen verschwunden.

Immerhin gingen auch die Investitionen in die Energienutzung fossiler Quellen zurück, ließen die Londoner Analysten wissen. Dabei hatten Windparks an Land und im Meer im gesamten Jahr 2016 erstmals mehr Strom erzeugt,  als die Kohlekraftwerke des Landes. Als Teil ihres Bekenntnisses zu den Klimaverbesserungszielen des Landes hat die Regierung inzwischen einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2025 in Aussicht gestellt.

(Tilman Weber)