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Interview

Konflikte zwischen Planern und Naturschützern beilegen

Michael Krieger vom Kompetenzzentrum Naturschutz und Energie (KNE) über Konfliktlösung.

Nicole Weinhold

Was ist das KNE eigentlich?

Michael Krieger: Das KNE ist ein neutraler Ansprechpartner für alle Akteure einer naturverträglichen Energiewende. Unser Ziel ist es, die Debatten über den Naturschutz in der Energiewende zu versachlichen und Konflikte vor Ort zu klären.

Für wen ist das KNE Ansprechpartner?

Michael Krieger: Wir arbeiten unter anderem mit Projektieren, Betreibern, Naturschutzorganisationen, Kommunen, Bürgermeistern, Behörden, Landesministerien und Bürgern zusammen.

Was sollen Windkraftplaner tun, wenn Naturschützer eine Planung blockieren?

Michael Krieger: Windkraftplaner sollten offen sein für die Argumente des Naturschutzes. Gerade auch Wissen über lokale naturräumliche Gegebenheiten ist für eine erfolgreiche Planung unerlässlich und können frühzeitig berücksichtigt werden. Diskussionsräume ermöglichen unter neutraler Moderation den Austausch mit Naturschützern und Windkraftplanern frühzeitig in der Projektplanung.

Wie können Konflikte gelöst werden?

Michael Krieger: Bei einem sich zuspitzenden Konflikt kann durch den Einsatz eines neutralen und unabhängigen Konfliktmoderators oder Mediators ein Prozess zur Klärung eingeleitet werden. So kommen alle Seiten mit ihren individuellen Interessen zu Wort und man kann gemeinsam nach passenden Lösungen suchen. Das KNE steht hierfür mit seinen Angeboten zur Verfügung. Außerdem vermitteln wir aus unserem Mediatorenpool deutschlandweit Konfliktklärer.

Windparkplaner klagen derzeit oft darüber, dass naturschutzseitige Forderungen in einigen Bundesländern (Niedersachsen) viel Zeit und Geld kosten. Gibt es Möglichkeiten, hier bundesweit einheitlich zu agieren?

Michael Krieger: Das KNE bietet hier an, bundesweite Dialogverfahren mit allen relevanten Akteuren zu den entsprechenden Fragestellungen durchzuführen, um so gemeinsam zu allgemeinen und nachhaltigen Empfehlungen zu kommen. Aktuell schließen wir zwei solche großen Dialogverfahren ab. Der eine Dialog bearbeitete die Frage, wie Energiewende in der Nähe von UNESCO-Welterbestätten gelingen kann, der zweite Dialog suchte nach Möglichkeiten, die Qualitätssicherung von Fledermausgutachten zu verbessern. Die Ergebnisse werden demnächst veröffentlicht.

Dieser Text stammt aus dem aktuellen Spreewindspiegel.

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