Foto: PV Xchange

Photovoltaikmarkt

Modulpreise sinken weiter

Die Modulpreise sinken über alle Segmente hinweg. Doch PV Xchange warnt vor künftigen Preissteigerungen aufgrund der wachsenden Nachfrage.

Die Preise auf dem Modulmarkt sinken derzeit in fast allen Segmenten. So registrierte der Onlinemarktplatz für Solarmodule PV Xchange für gerahmte Standardmodule mit einer Leistung von bis zu 305 Watt momentan einen durchschnittlichen Preis 21 Cent pro Watt. Das sind 4,5 Prozent weniger als die Hersteller noch im Juli 2020 für ihre Produkte verlangten. Die Preise für monokristalline Module mit schwarzer Rückseitenfolie und schwarzen Rahmen sind um 3,2 Prozent auf jetzt 0,32 Cent pro Watt gesunken. Auf dem gleichen Niveau liegen derzeit auch die bifacialen Module. Auch hier verzeichnet PV Xchange einen Preisrückgang um drei Prozent. Mit 3,2 Prozent ist der Durchschnittspreis für leistungsstarke Module ab 310 Watt gesunken. Er liegt jetzt bei 0,3 Cent pro Watt.

Preiswerte Module werden knapper

Martin Schachinger, Geschäftsführer von PV Xchange, sieht allerdings Anzeichen für ein Ende des Preisrückgangs. „Begehrte Produkte und Leistungsklassen sind rar, es befinden sich allenfalls noch Restbestände in den Lagern. Von Sommerflaute kann dieses Jahr nämlich nicht die Rede sein“, erklärt er. Deshalb sei es derzeit auch schwierig, kurzfristig preiswerte Module einzukaufen. Als einen Grund sieht er zum einen den Wegfall des Solardeckels in Deutschland, wodurch der Zubau ungehindert weitergeht. „Nachdem die von vielen Firmen vorsichtshalber gezogene Handbremse nun gelöst werden konnte, ist der Run auf alle verfügbaren Kapazitäten natürlich groß“, beschreibt Schachinger die Situation am Markt. „Selbst unpopulärere Kontingente mit polykristallinen Modulen niedriger Leistungsklassen sind mittlerweile bis auf wenige Container aus dem Markt verschwunden. Es bleibt bauwilligen Projektierern nur noch übrig, auf neue Bestellware zu setzen. Da diese zum überwiegenden Teil aus Asien importiert werden muss, ist jedoch mit längeren Vorlaufzeiten und gestiegenen Preisen zu rechnen.“

Dollar schwächelt

Auch die Coronakrise schränkt in Europa derzeit die Arbeit der Installateure kaum ein. Auch wenn die Nachfrage in anderen Märkte derzeit schwächelt, sieht Schachinger in Zukunft wieder anziehende Modulpreise. Denn momentan sinkt der Kurs des Dollars, auf dessen Basis die Modulpreise kalkuliert werden. Das führt zu sinkenden Preise in Europa. Doch wenn der Dollarkurs wieder steigt, steigen auch die Preise für die Paneele.

Zwei unterschiedliche Strategien

Deshalb rät Schachinger die europäischen Planer und Installateure zum einen dazu, für alle wichtigen Projekte, bei denen die Modulpreise eine geringere Rolle spielen, das Material umgehend zu sichern. Dabei sollten sich die Installateure und Planer aber nicht sofort auf etwaige Preiserhöhungen einlassen. Denn momentan herrsche noch keine echte Not, betont er.

Zum anderen sollten die Einkäufer in den Handwerksbetrieben und in den Planungsbüros bei preissensitiven Projekten wie Großanlagen eher auf den Spotmarkt setzen. „Denn in den kommenden Monaten wird sicherlich noch das eine oder andere Kontingent auftauchen, welches zu einem interessanten Preis erworben werden kann“, begründet Schachinger diese Strategie.

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