Foto: Montan Solar

Chancen für ehemalige Bergbaustandorte

Montan Solar baut erste Anlage in Frankreich – mit Bürgerbeteiligung

Montan Solar wird auf einer Abraumhalde eines ehemaligen Steinkohlebergwerks einen Solarpark errichten. Die Bürger der Region können sich finanziell beteiligen.

Während die Bundesregierung in Berlin noch Vorschläge wie ein Staatsanleihe diskutiert, um die Energiewende zu finanzieren, macht Frankreich Nägel mit Köpfen. Vielmehr Montag Solar. Denn das Gemeinschaftsunternehmen der RAG Stiftung, die die einstigen Steinkohlebergbauflächen verwaltet, und dem Photovoltaikplaner Wircon baut auf der Abraumhalde des einstigen Bergwerks Terril Mendel im französischen Departmenent Moselle einen riesigen Solarpark.

Bergbaustandort wieder Leben einhauchen

Die Vergütung hat Montan Solar zusammen mit dem französischen Partner Luxel bei einer Ausschreibung in Frankreich gewonnen. Dort ist man mit der Voraussetzung angetreten, den Solarpark über eine Bürgerbeteiligung zu finanzieren. Die Finanzierungsrunde hat inzwischen begonnen. Auf der Internetseite von Enerfip begonnen. Die französische Crowdfundingplattform hat sich auf die Finanzierungsmöglichkeiten von Projekten der erneuerbaren Energien spezialisiert.

Schon kurz nach dem Start der Kampagne sind fast 20.000 Euro zusammengekommen, die die Bürger der Departements Moselle, Meurthe-et-Moselle und Bas-Rhin in den Solarpark stecken wollen. Denn allein den Einwohnern dieser beiden Departmements ist die Möglichkeit der Beteiligung vorbehalten. Damit will Montan Solar das Projekt regional verankern und zur Wertschöpfung vor Ort beitragen. Denn auf diese Weise können die Einwohner der beiden Departements mit dem Solarpark Geld verdienen. Das Solarprojekt soll dem ehemaligen Bergbaustandort wieder neues Leben einhauchen.

40 Prozent investieren die Bürger

Der Weg ist aber noch weit. Insgesamt 1,15 Millionen Euro sollen die Einwohner der beiden Departements in den Solarpark investieren. Das sind immerhin 40 Prozent der gesamten Investitionssumme für die Anlage. Die Mindesteinlage beträgt zehn Euro und eine Person kann maximal 565.100 Euro in den Solarpark investieren. Auf diese Weise bleibt abgesichert, dass sich nicht nur wenige vermögende Anleger finden, sondern jeder die Möglichkeit hat, sich an dem Projekt zu beteiligen. Mit ihrer Investition bekommen die Einwohnern einen Anteil am Solarpark in Form von Schuldverschreibungen. Das heißt, über eine vorher festgelegt Laufzeit bekommt der Investor einen Zinsbetrag ausgezahlt und die Einlage wird danach an den Investor zurückgezahlt.

18 Gigawattstunden Solarstrom jedes Jahr

Montan Solar und Luxel haben parallel zur Finanzierungsrunde schon mit den Bauarbeiten an der riesigen Freiflächenanlage begonnen. Die insgesamt 40.464 Module mit einer Gesamtleistung von 17 Megawatt werden auf einer 22,7 Hektar großen Halde zwischen den beiden Bergbauörtchen Fobach und Petite-Rosello aufgeständert. Wenn die Anlage in Betrieb ist, wird sie nach Berechnungen der Projektierer jedes Jahr etwa 18.169 Megawattstunden sauberen Solarstrom erzeugen und in das Netz einspeisen.

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