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Blackout in Berlin

Besserer Schutz fürs Netz

Der jüngste Angriff auf ein Berliner Umspannwerk hat Deutschland aufgerüttelt. Zehntausende Menschen saßen tagelang im Dunkeln, Krankenhäuser mussten auf Notstrom umschalten, der Alltag kam zum Erliegen. Christof Wittwer, Leiter Leistungselektronik, Netze und intelligente Systeme am Fraunhofer ISE, warnt, im Internet seien viele Daten zum Stromnetz verfügbar – nicht nur Links- oder Rechtsextremisten dürften diese haben, sondern auch der russische Geheimdienst.

Welche Maßnahmen könnten das deutsche Stromnetz schon deutlich resilienter machen? Wittwer erklärt, dass die großen Übertragungsleitungen häufig redundant ausgelegt seien, die Ebenen darunter – wie in Berlin – meist jedoch nicht. Aus Kostengründen habe man schlicht darauf verzichtet. Das muss sich ändern: Zusätzliche Leitungsverbindungen, ringförmige Strukturen und Reservekapazitäten können verhindern, dass ein Ausfall zum Dominoeffekt führt. Umspannwerke, Netzleitstellen und Höchstspannungsleitungen brauchen besseren Schutz. Zugangskontrollen, Videoüberwachung und Perimetersicherung nach einheitlichen Kritis-Standards können laut Branchenverband BDEW Anschläge deutlich erschweren. Schwarzstartfähige Kraftwerke und Batteriespeicher sind ebenfalls ein Muss. (NW)