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Frankreich

Langzeit-Atomkraft gegen Grünstrom auf Pfadfinderkurs

Zwei Jahre verspätet hat die französische Regierung nun den Zehnjahresplan zur langfristigen Energieversorgung verabschiedet. Für die Energiewende hat sie darin gleich die Rolle rückwärts angezeigt. Der dritte Programmation Pluriannuelle de l’Énergie (PPE3) deckt die Planphase bis 2035 ab und sieht anders als noch im vorigen 10-Jahresplan PPE2 kein Abschalten wenigstens besonders alter Atomkraftmeiler mehr vor. Auch im Vergleich zu einem im März 2025 vorgelegten Entwurf reduzierte Paris hingegen die Ambitionen beim Ausbau von Windkraft und Photovoltaik (PV).

So sollen wohl alle 57 bestehenden Atomkraftwerke länger am Netz bleiben, und nicht wie zuletzt noch vorgesehen 12 bis 14 Meiler abschalten. Dafür muss die Regierung offenbar die Laufzeiten der Alten auf 50 oder 60 Jahre verlängern. Sie haben ein Durchschnittsalter von fast 40 Jahren. Atomstrom belegt etwa zwei Drittel im nationalen Elektromix.

Leicht mehr für Wind und Sonne

Windkraft an Land erhält einen Ausbaupfad von jährlich im Schnitt 1,5 Gigawatt (GW), was das aktuelle Ausbautempo beibehält. Die installierte Leistung würde von 24 auf 31 GW ansteigen. PV soll jährlich 3 GW Zubau erfahren – halb so viel wie zuletzt –, während die Nennleistung sich von 30 auf 48 GW erhöhen wird. Marktbeobachter wie das Juristenbüro Sterr Kölln hören dennoch Aufatmen. Zeitweise war in der Debatte von einem Moratorium die Rede, das Windparkprojekte hätte stoppen sollen. Die März-Entwurfsfassung hatte noch 54 GW PV und 33 GW Wind an Land genannt.

Frankreichs Kernkraft hat ein Problem bei hoher PV- oder Windkrafteinspeisung. Weil die unflexiblen Meiler dann stark die Einspeisung reduzieren müssen, schadet das ihrer Technik, was die Kosten erhöht. Und die Abregelung nimmt zu: 2025 betrug sie 33 Terawattstunden (TWh) nach 15 TWh sechs Jahre zuvor. (tw)