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PV-Repowering unter Druck

Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027 und dem neuen Netzpaket entfallen bisherige, dauerhafte Privilegien für den Zubau und die Einspeisung von Solarstrom. ­Betroffen sind vor allem die unbeschränkte Vergütungssicherheit sowie Entschädigungsregeln in Engpassregionen, was auch das ­Repowering älterer oder die Erweiterung bestehender Solar­anlagen wirtschaftlich verändert.

Für das Repowering von Photovoltaikanlagen in Deutschland gelten derzeit vor allem die Vorgaben des EEG 2023 inklusive der Änderungen durch das Solarpaket I sowie das Solarspitzengesetz. Die alte Einspeisevergütung bleibt für die ursprüngliche Leistung und Restlaufzeit erhalten, jedoch gibt es strenge technische Vorgaben für die Neugestaltung.

Wegfallende und geänderte ­Regelungen für Solarstrom

Garantierte Einspeisevergütung: Die bisherige, langfristig ­gesicherte feste Einspeisevergütung läuft für Neuanlagen und größere Erweiterungen aus und wird durch befristete Übergangszahlungen oder den Zwang zur Marktvermarktung abgelöst. ­

Uneingeschränkter Netzanschlussanspruch: Bisher mussten Netzbetreiber die volle Leistung ohne Rücksicht auf Netz­kapazitäten anschließen; künftig drohen hier strengere ­Kappungsgrenzen und netzorientierte Vorgaben (systemdien­licher Anschluss).

Volle Redispatch-Entschädigung: In kapazitätslimitierten Netzgebieten wird der Anspruch auf Entschädigungszahlungen bei netzbedingten Abregelungen (Redispatch) eingeschränkt, was Erlösausfälle bei Bestands- und Repowering-Projekten vergrößert.

Zusatzbelastungen durch Baukostenzuschüsse: Netz­betreiber können künftig in größerem Maße Baukostenzuschüsse für die Netzverstärkung von Anschlussnehmern verlangen.

Die Reformen verändern zudem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Anreize für den Umgang mit alten Solarmodulen drastisch. Solarrecycling fällt unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG).

Gleichwohl, die garantierte Einspeisevergütung für Neuanlagen entfällt größtenteils. Das mindert die Rückflüsse, mit denen Betreiber auch zukünftige Entsorgungs- und Rückbaukosten kalkuliert haben.

Und: Sinkende Erlöse erhöhen den Druck, defekte oder alte Module schnell und kostengünstig zu recyceln, statt sie im System zu halten. Kleinere Anlagen werden in die Direktvermarktung gedrängt und auf 50 Prozent der Einspeise­leistung begrenzt. Das erschwert die Refinanzierung von Alt­anlagen-Erweiterungen.

Gleichwohl lohnt sich das Revamping alter Solarparks meistens, zumal es die Energieausbeute maximiert, die Lebensdauer verlängert und den Wirkungsgrad deutlich steigert. Da moderne Solarmodule viel leistungsstärker sind, lässt sich die ursprüngliche Leistung auf kleinerem Raum erzeugen oder auf gleicher Fläche ein Vielfaches an Strom produzieren. Durch den geringeren Platzbedarf moderner Technik werden zudem Flächen im Park frei, die sich ideal für die Integration von Batteriespeichern eignen. (NW)