Der Projektentwickler Münch Energie hat ein Doppelnutzungskonzept für Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit artgerechter Tierhaltung vorgestellt. Das Tierwohl-PV genannte Konzept soll eine Weiterentwicklung innerhalb des Agri-PV-Segments sein, die Tierhaltung und Energiegewinnung ohne massive wirtschaftliche Hürden vereint. Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit soll dabei die konstruktive Effizienz bieten.
Aktuelle Marktdaten haben erhebliche wirtschaftliche Hürden für klassische Agri-PV-Projekte ergeben. Agri-PV-Anlagen können je nach technischer Ausführung bis zu 148 Prozent höhere Investitionskosten verursachen als herkömmliche Freiflächenanlagen. Tierwohl-PV soll daher dort ansetzen, wo klassische Agri-PV-Modelle oft an ökonomische Grenzen stoßen. Im Unterschied zu hochaufgeständerten Speziallösungen, die einen massiven Materialeinsatz für die Befahrbarkeit mit schweren Landmaschinen erfordern, basiert Tierwohl-PV auf einer Integration der Tierzucht in bewährte Freiflächenstrukturen. Da für die Weidewirtschaft keine Durchfahrtshöhen für Traktoren unter den Solarmodulen nötig sind, bleibt die bauliche Komplexität gering und die installierte Photovoltaik-Leistung pro Hektar hoch. So soll die Struktur nah an klassischen Solarparks bleiben, während die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt. Auch für Banken soll das Konzept Vorteile bieten. (NW)