Foto: TenneT

Offshore

Netzanbindung Borwin 3 nach Probebetrieb übergeben

Die Offshore-Übertragungskapazität in der Nordsee steigt damit auf mehr als 7.000 MW. Bis zur Übergabe war viel Arbeit und Know-how gefordert.

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Der mehrwöchige Probebetrieb ist abgeschlossen, jetzt wurde die Netzanbindung offiziell an den Netzbetreiber Tennet übergeben: Borwin 3 bietet 900 Megawatt Übertragungskapazität, um den auf See produzierten Windstrom der zwei angeschlossenen Windparks Global Tech 1 und EnBW Hohe See an Land zu bringen.

Schon seit August 2019 war Borwin 3 übertragungsbereit, teilte Tennet mit, in dessen Verantwortung die Station jetzt betrieben wird. Insgesamt beträgt die Offshore-Übertragungskapazität in der deutschen Nordsee laut Tennet 7.132 Megawatt. Damit seien die Ausbauziele der Bundesregierung für nachhaltigen Nordsee-Windstrom nicht nur erfüllt, sondern deutlich übertroffen.

Projekt überbrückt eine Distanz von 160 Kilometern

Borwin 3 ist nach den Netzanbindungsprojekten Borwin 1 und Borwin 2 das dritte Projekt, das der Netzbetreiber vor der Küste Borkums in Gleichstromtechnik realisiert hat. Am Standort Emden/Ost errichtete das Unternehmen hierfür eine Konverterstation mit Umspannwerk, um die auf See erzeugte Energie in das Höchstspannungsnetz an Land einzuspeisen. Insgesamt überbrückt das Projekt laut Tennet eine Distanz von 160 Kilometern, wobei der Windstrom zunächst über ein 130 Kilometer langes und westlich von Borkum geführtes Seekabel bis Hamswehrum an Land transportiert und von dort über ein 30 Kilometer langes Landkabel nach Emden/Ost übertragen wird.

Die Grundsteinlegung für die Konverterstation an Land hatte bereits im Mai 2016 stattgefunden. Die Kabel an Land wurden 2015, die auf See in den Jahren 2017 und 2018 verlegt. Im September 2018 wurde die in Dubai gefertigte Offshore-Konverterstation über eine 12.000 Kilometer lange Route in die Nordsee transportiert und dort im Oktober installiert. Bis August 2019 wurde die Station technisch fertiggestellt und überträgt seitdem Strom.

Zahlen und Fakten zu Borwin 3

  • Etwa 14.000 Kubikmeter Erdmaterial wurden bewegt, um die Baugruben auf der 27.900 Quadratmeter großen Fläche vorzubereiten.
  • Das Landkabel ist ein 320-Kilovolt-Hochspannungs-Gleichstromkabel mit einem Durchmesser von etwa zwölf Zentimetern. Es wiegt 15,5 Kilogramm pro Meter. Aufgrund des Gewichts wurden etwa 1.150 Meter lange Kabelabschnitte mit Muffen verbunden.
  • Das Seekabel wiegt mit seinem Kupferkern sogar über 40 Kilogramm pro Meter.
  • 416 Tonnen auf 2 x 22 Achsen mit 109 Metern Länge und 352 Rädern: Das war jeweils einer von zwei Schwertransporten, mit denen die zwei Transformatoren vom Hafen nach Emden/Ost transportiert wurden.
  • Die Arbeitsleistung für die seeseitige Konverterstation betrug 13,5 Millionen Personenstunden.
  • Auf 210.000 Quadratmetern wurde gelbe Farbe auf der Plattform verstrichen, diese würde für 30 Fußballfelder reichen; es wurden 10.500 Tonnen Stahl verbaut und 880 Kilometer Kabel im Inneren der Plattform verlegt.
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