Foto: IBC Solar

Photovoltaikmarkt

Prozessoptimierung wird wichtiger

Die Photovoltaikmärkte werden auch in diesem Jahr weiter wachsen. Die Gründe sind in den Ländern unterschiedlich. Was bei Installateuren und Kunden in diesem Jahr an Themen anstehen, erklären Jürgen Dursch, als Vertriebsleiter bei IBC Solar für den deutschen Markt zuständig, und Albert Engelbrecht, zuständig für den internationalen Vertrieb von IBC Solar.

Mit welcher Marktentwicklung rechnen Sie im kommenden Jahr?

Jürgen Dursch: Grundsätzlich rechnen wir im Handelsgeschäft im kommenden Jahr mit einem steigenden Markt. International sogar teilweise mit einer deutlichen Steigerung. In Deutschland gehen wir auf Grund der aktuellen politischen Entwicklung von einem ähnlichen Zubau wie in diesem Jahr aus. Das Segment der reinen Einspeisedachanlagen ab 40 Kilowatt wird wohl leider wegen der Kürzung der Einspeisevergütung in 2019 nicht weiter wachsen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Rückgang des Zubaus bei diesen Anlagen durch ein Wachstum in anderen Bereichen ausgeglichen werden kann. Wir rechnen mit einem leichten Anstieg im Segment Residential und mit einer Steigerung von Anlagen im Segment Commercial mit einem hohen Eigenverbrauchsanteil.

Wo ist mit einer stärkeren Nachfrage nach Solaranlagen zu rechnen, wo schwinden die Chancen für die Photovoltaik?

Albert Engelbrecht: International rechnen wir mit einer deutlichen Steigerung in Spanien, Frankreich, Benelux, Polen, Italien, Ungarn und der Schweiz. In den Märkten Skandinavien, Portugal und Österreich wird sich das Wachstum eher verlangsamen.

Welche Marktsegmente sehen Sie als die vielversprechendsten an – Dachanlagen, Freiflächen etc. und warum?

Jürgen Dursch: Durch die günstigen Systempreise wegen des Wegfalls der Mindesimportpreise ist in Deutschland sowohl bei Dachanlagen, als auch bei Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt Potenzial vorhanden.

Albert Engelbrecht: International muss man das sehr differenziert pro Land beurteilen. Beispielsweise ist in Frankreich Potenzial für Dachanlagen, in Benelux eher für Freiflächenanlagen.

In welchen europäischen Märkten sind die Rahmenbedingungen immer noch schlecht für die Photovoltaik, wo spüren Sie die größten Hürden?

Albert Engelbrecht: Die größten Hürden spüren wir in Frankreich. Obwohl dieser Markt sehr viel versprechend ist und ein hohes Potenzial aufweist, erschweren eine Reihe gesetzlicher Auflagen den Markteintritt.

Erste Länder Europas wie jüngst Spanien haben die ersten Hürden abgebaut. Wird es in den kommenden Monaten einen Trend hin zu einfacheren Rahmenbedingungen geben?

Albert Engelbrecht: Es wäre sehr wünschenswert, aber wir sehen aktuell keine solche Entwicklung. Hier wäre das europäische Parlament gefordert.

Welche Themen wie Speicher, Eigenverbrauch, Sektorkopplung werden in den kommenden Monaten für die Solarbranche an Bedeutung gewinnen?

Albert Engelbrecht: Die Themen Eigenverbrauch und Speicher im Residential- und Small-Commercial-Bereich werden in Europa zunehmend wichtiger in Verbindung mit der Elektromobilität. Weiterhin werden im Commercial-Bereich das Thema Lastmanagement und zukunftsfähige Speicherlösungen bis hin zu Großspeicherlösungen an Bedeutung gewinnen, um die die Eigenverbrauchsquote nochmals zu erhöhen.

Jürgen Dursch: Bei den Installateuren spielt das Thema Prozessoptimierung eine immer stärkere Rolle. Immer mehr unserer Kunden suchen einen Lieferanten, der ihren gesamten Produkt- und Dienstleistungsbedarf abdecken kann. Und zu guter Letzt wären stabile politische Rahmenbedingungen grundsätzlich für die gesamte Branche wichtig.

Warum werden diese Themen in den nächsten Monaten wichtiger werden und wie wirken sie sich vor allem auf die Marktentwicklung in der Solarbranche aus?

Jürgen Dursch: Die Stromkosten steigen weiter und PV ist mittlerweile die effizienteste Energiequelle. Das ist ein unschlagbares Argument, vor allem bei Gewerbetreibenden. Mit den zusätzlichen Möglichkeiten durch Speicherlösungen kann das Thema PV im Commercial-Bereich eine gewisse Eigendynamik entwickeln, die wiederrum zu höheren Zubauzahlen führen wird.

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