Foto: Energa SA

Neue Studie des BNE zur Artenvielfalt

Solarparks schaffen Naturschutzgebiete

Die Nutzung von Freiflächen für den Bau von Solarparks sorgt dafür, dass die Artenvielfalt in diesem Gebiet drastisch zunimmt. Damit werden die Anlagen zu einem Teil des Kampfes gegen das Insektensterben.

Seit es den Ausbau der Photovoltaik gibt, tobt die Debatte über die Flächenkonkurrenz zwischen Solarenergie, Landschaftsschutz, Naturschutz und Landwirtschaft. Der Bundesverband Neue Energie (BNE) zeigt in einer Studie deutlich, dass Solaranlagen zum Arteinreichtum in der Natur beitragen. Vor allem Insekten, Reptilien und Brutvögel profitieren davon, dass die Flächennutzung mit der Photovoltaik im Vergleich zur landwirtschaftlichen Bearbeitung beruhigt wird. Dadurch werden die Flächen aufgewertet.

Beitrag zum Naturschutz

Mit dem Bau von Solarparks schlägt man damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die Nutzung von Flächen für die Photovoltaik ist nach einschlägigen Berechnungen notwendig, um die Energiewende zu stemmen. Gleichzeitig kann gerade angesichts des Insektensterbens, das sich in den letzten Jahren immer stärker vor allem als Auswirkung der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen manifestiert, die Nutzung durch Solarparks einiger dieser Flächen zu einem entscheidenden Beitrag zum Naturschutz werden. „Für die Unterstützung vor Ort ist es von elementarer Bedeutung, beim Bau von Solarparks die Belange des Naturschutzes, der Landwirtschaft und die der solaren Stromerzeugung in Einklang zu bringen“, beschreibt Robert Busch, Geschäftsführer des BNE, die Bedeutung der Erkenntnisse.

75 Solarparks untersucht

Um zu diesen zu gelangen, haben die beauftragten Forscher die Untersuchungen zur Vegetation und zum Tierbestand – der sogenannten Biodiversität – von 75 Solarparks in neun unterschiedlichen Bundesländern ausgewertet. Diese stammen aus der Genehmigungsphase der Anlagen. Teilweise lagen aber auch Untersuchungen des Vorher-Nacher-Zustands der Biodiversität vor. „Daraus lässt sich ableiten, dass Solarparks grundsätzlich positiv auf die Biodiversität wirken und welcher Aufbau insbesondere in Bezug auf den Reihenabstand der Module und auf die Pflege der Reihenzwischenräume helfen kann, die Biodiversität zu steigern“, beschreiben die Autoren der Studie ihren Ansatz.

Positiver Effekt auf die Artvielfalt

Die Ergebnisse sind eindeutig: „Die Flächeninanspruchnahme durch die Anlagen kann bei naturverträglicher Ausgestaltung zu einem deutlich positiven Effekt auf die Artenvielfalt führen“, steht in der Zusammenfassung der Studie. „Eine wesentliche Ursache für die teilweise arten- und individuenreiche Besiedlung von Solarparks mit Arten aus unterschiedlichen Tiergruppen ist die dauerhaft extensive Nutzung oder Pflege des Grünlandes in den Reihenzwischenräumen. Dies unterscheidet diese Standorte deutlich von intensiv landwirtschaftlich genutzten Standorten oder Standorten zur Energiegewinnung aus Biomasse.“

Große Flächen werden zu neuen Habitaten

Auch Konversionsflächen regenerieren sich schneller, wenn ein Solarpark darauf steht. Wie der Effekt der Photovoltaiknutzung auf die Flächen ist, hängt unter anderem von der Größe der Anlage und der Breite der Räume zwischen den Reihen ab. Je größer die Freiflächenanlagen ist, desto nachhaltiger wirkt diese Nutzung auf die Biodiversität. Hier können sich die Arten dauerhaft ansiedeln. Kleinere Solarparks wirken hingegen eher als sogenannte Trittsteinbiotope. So nennt man in der Biologie Flächen, die größere Naturgebiete und Biotope miteinander verbinden. Die Artenvielfalt und die Population wächst zudem mit der Breite der Reihenabstände.

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