Foto: nordex group

Nordex-Windpark

Starkwindpark in Schottland liefert Strom zum Marktpreis

In Schottland soll 2020 ein Windpark ohne staatliche Strompreisgarantie ans Netz gehen. Die Nordex-Binnenlandanlagen könnten eine Premiere bedeuten.

Tilman Weber

Noch im Frühjahr hatten die Windparkprojektierungs-Unternehmen WWS Renewables und Muirhall Energy in einem Hügelland nordöstlich der schottischen Stadt Lockerbie die Zulassung eines von ursprünglich 15 auf 10 Windturbinen verkleinerten Windparks erreicht. Allerdings werden die nun vorgesehenen Anlagen deutlich größere Rotoren und mehr Erzeugungskapazität haben, als bisher geplant. Die im Vergleich zur vorangegangenen Planung um insgesamt zudem 25 Meter höheren Anlagen wird Windturbinenhersteller Nordex mit einem Rotordurchmesser von 133 Meter und einer Nennleistung von 4,8 Megawatt (MW) liefern. Die N133/4.8 gilt als Starkwindvariante der aktuellen Vier-MW-Anlagenplattform Delta 4000. Delta 4000 errichtet der deutsche Hersteller ansonsten als N149-Modelle für Windparkprojekte in Mittel- und Schwachwindregionen mit 4 bis 4,5 MW Nennleistung und 149 Meter Rotordurchmesser.

Der Bau des 48-MW-Windparks Crossdykes soll sofort beginnen, wie die beteiligten Unternehmen nun mitteilen und schon im September 2020 ans Netz gehen. Dabei verzichten die Projektierer auf eine staatlich garantierte Mindestvergütungshöhe, nachdem die Windkraft an Land aus dem allgemeinen staatlichen System zur Festlegung einer Vergütung oberhalb des Börsenstrompreisniveaus ausgeschlossen worden war. Auch ein langfristiger Stromliefervertrag mit einem großen Industrieunternehmen oder einem Stromversorger als Abnehmer ist bisher nicht vorgesehen.

Besonders reichhaltiges und kräftiges Windvorkommen ist laut den Beteiligten des Projekts für die Wirtschaftlichkeitserwartung trotz des Verzichts auf staatliche Unterstützung verantwortlich. Die Projektpartner wollen noch nicht mehr zur erwartenden durchschnittlichen Windstärke oder den prognostizierten jährlichen Stromertrag des Windparks bekannt geben. Tatsächlich kommen die Windparkprojektierer aber mit einer Nabenhöhe von nur 110 Metern und deshalb einer Gesamthöhe bis zur obersten Blattspitze von 176,5 Metern aus, weil sie zum Abgreifen energiereicher Luftströmungen nicht so weit ausgreifen müssen.

Der Geschäftsführer von Muirhall Energy nennt das Projekt eines der ersten subventionsfreien Windparks Großbritanniens . Schottlands Energieminister Paul Wheelhouse betonte, Crossdykes gehe nun ins Rennen, um erster subventionsfreier Windpark Schottlands werden zu können.

Tatsächlich hatte Nordex-Wettbewerber Vestas bereits vorher den ebenfalls subventionsfreien Bau des schottischen Windparks Douglas West mit 47 MW angekündigt. Das Projekt wird allerdings wohl erst 2021 ans Netz gehen. In Dänemark errichtet Vestas bereits das Projekt Hirtshals Havnefond mit vier Turbinen mit jeweils 4,2 MW Nennleistung. Dieser direkt an der Küste gelegene 16,8-MW-Windpark wird ebenfalls ohne Förderung einspeisen.

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