Die in IT bereits etablierten Maßnahmen bilden für die Betreiber eine wichtige Grundlage. Die NIS2-Richtlinie verlangt jedoch ausdrücklich, dass die Betriebsführung (OT) in ein ganzheitliches Risikomanagement einbezogen wird. Damit rückt die technische Absicherung von Steuerung und Kommunikationsnetz in den Fokus.
Ein zentraler Umsetzungspunkt sind sichere Netzwerkstrukturen. OT-Systeme müssen konsequent segmentiert und in definierte Sicherheitszonen aufgeteilt werden. Kritische Steuerungssysteme sind dabei von weniger vertrauenswürdigen Netzbereichen zu trennen. Ergänzend sind klare Kommunikationsregeln sowie abgesicherte Übergänge etwa durch industrielle Firewalls umzusetzen. Fernzugriffe bedeuten ein besonderes Risiko und müssen durch starke Authentifizierung und verschlüsselte Verbindungen abgesichert werden. „OT-Security beginnt mit klar strukturierten Netzwerken ohne Segmentierung lassen sich Risiken kaum beherrschen“, erklärt Torsten Gast.
Ein weiterer Baustein ist ein risikoorientiertes Schwachstellen- und Patch-Management. Auch wenn Anlagenverfügbarkeit oberste Priorität hat, müssen bekannte Sicherheitslücken bewertet und kontrolliert geschlossen werden. NIS2 fordert hier Maßnahmen über den gesamten Lebenszyklus der Systeme.
Für die kritische Infrastruktur ist darüber hinaus kontinuierliche Transparenz im Betrieb erforderlich. Betreiber sollten ihre OT-Kommunikation überwachen und gezielt Anomalie-Erkennung einsetzen. Diese analysiert den Datenverkehr und erkennt Abweichungen vom Normalbetrieb, um Angriffe oder Fehlfunktionen frühzeitig sichtbar zu machen, eine zentrale Voraussetzung für schnelle Reaktionen.
„Erst durch Anomalie-Erkennung wird Sicherheit im laufenden Betrieb wirklich wirksam und steuerbar“, erklärt Torsten Gast.
Fazit: Die NIS2-Anforderungen macht OT-Security zu einem notwendigen ergänzenden Baustein neben der IT-Security für Betreiber. Klare Netzwerkarchitekturen, sichere Zugriffe und kontinuierliche Überwachung sind die wesentlichen Hebel, um Risiken zu reduzieren und die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig zu sichern.
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