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Einzelkämpfer haben es schwerer

Die Windbranche steht unter Druck. Sinkende Gebotspreise in überzeichneten Ausschreibungen verschärfen den Wettbewerb bei gleichzeitig rückläufigen Margen. Parallel ist im Markt eine zunehmende Konsolidierung zu beobachten. Umso wichtiger werden strategische Partnerschaften, die Risiken verteilen, unterschiedliche Kompetenzen zusammenführen und so die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Projektentwicklung schaffen.

Deutschland verfolgt ambitionierte Ausbauziele: Die installierte Leistung bei Windenergie an Land soll bis 2030 auf 115 Gigawatt steigen. Dabei wächst der wirtschaftliche Druck auf Projektentwickler: Rohstoff-, Transport-, Netzanschluss- und Finanzierungskosten belasten die Kalkulation, während überzeichnete Ausschreibungen die Zuschlagswerte sinken lassen. Lag der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert im Februar 2024 noch bei 7,34 Cent pro Kilowattstunde, betrug er im Mai 2026 nur noch 5,06 Cent pro Kilowattstunde. Damit verringert sich der Spielraum für Kostensteigerungen, Verzögerungen oder Fehlkalkulationen erheblich. Selbst grundsätzlich tragfähige Vorhaben müssen unter diesen Bedingungen mitunter neu bewertet, verschoben oder aufgegeben werden – mit fatalen Folgen für das Tempo des weiteren Windenergieausbaus.

Umso wichtiger wird die sorgfältige Prüfung aller Vermarktungs- und Erlösoptionen für den erzeugten Strom. Erlösquellen wie Power Purchase Agreements (PPA), Direktvermarktung, Redispatch-​Erlöse oder die Teilnahme an Flexibilitätsmärkten nehmen an Bedeutung zu. Gleichzeitig wächst die technische Komplexität. Windparks werden auch mit Batterie­speichern ge­plant, Netzanschlüsse müssen frühzeitig gesichert und Vermarktungsstrategien professionell auf­gesetzt werden.

Komplementäre Stärken bündeln

Vor diesem Hintergrund gewinnen Partnerschaften an Bedeutung. Der Markt entwickelt sich weg von der klassischen Projektentwicklung hin zu Modellen, die Risiken auf mehrere Schultern ­verteilen und komplementäre Stärken bündeln. ­Entscheidend ist, Flächenzugang und regionale Verankerung mit Finanzierungskraft, Netz- und Speicherkompetenz sowie Realisierungserfahrung mit dem Vermarktungs-Know-how zu verbinden. Solche Strukturen gelten auch aus Sicht von Banken und Investoren als robuster – vorausgesetzt, Rollen und Verantwortlichkeiten sind klar verteilt. Gerade in einem enger kalkulierten Marktumfeld können belastbare Kooperationen Projekte schneller voranbringen, wirtschaftliche Risiken abfedern und Chancen konsequenter nutzbar machen.

Die Erfolgsformel der kommenden Jahre dürfte daher lauten: Flächenzugang plus regionale Verankerung plus Finanzierungskraft plus Vermarktungs- und Umsetzungskompetenz. Wer diese Bausteine intelligent zusammenführt, kann auch unter verschärften Marktbedingungen attraktive Projekte realisieren. Viele erfolgreiche Markt­ak­teure agieren deshalb zunehmend weniger als Ein­zelkämpfer und mehr als Netzwerk­organi­sa­toren.

Trianel arbeitet seit seiner Gründung mit einem partnerschaftlichen Modell: Kommunale Unternehmen bündeln über eine gemeinsame Platt­form Kompetenzen, Kapital und Projekt­erfahrung. Damit steht Trianel beispielhaft für einen Ansatz, der in einem anspruchsvolleren Marktumfeld an Bedeutung gewinnt.

Herbert Muders,
Geschäftsführer, Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG

Foto: Trianel

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