Wie unterstützt DNV bei Energieertrag und Finanzierung?
Till Schorer: Eine belastbare Energieertragsermittlung ist zentrale Grundlage für die Finanzierung von Windenergieprojekten. DNV unterstützt Projektentwickler, Betreiber, Banken und Investoren mit unabhängigen Gutachten, die Windmessungen, Lidar-Kampagnen und Betriebsdaten benachbarter Anlagen einbeziehen. Entscheidend ist, die spezifischen Standortbedingungen, mögliche Verluste realistisch zu bewerten und transparent darzustellen. So schaffen wir eine belastbare Grundlage für Investitions- und Finanzierungsentscheidungen – von der frühen Projektphase bis zur Inbetriebnahme.
Warum sind Verluste und Eingangsdaten heute so entscheidend?
Till Schorer: Wir sehen sehr unterschiedliche Qualitäten bei den Eingangsdaten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Genauigkeit, weil Abschaltungen, Betriebsverluste und Netz- oder Genehmigungsauflagen einen immer größeren Einfluss auf den tatsächlichen Energieertrag haben. Weiterhin weichen Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit der Windenergieanlagen oft von Standardannahmen ab. Deshalb gewinnen Lidar-Messungen und detaillierte Analysen von Betriebsdaten weiter an Bedeutung – insbesondere an komplexen Standorten oder dort, wo nur wenige geeignete Referenzanlagen verfügbar sind. Hier sehen wir: nur monatliche Betriebsdaten reichen oft nicht aus, da Verluste oder technische Einschränkungen nicht kenntlich sind. Das gilt auch für die Langzeiteinordnung: DNV nutzt eigene Langzeitindizes auf Basis modellierter Windwerte anstatt Betriebsdaten, um die langfristige Ertragserwartung möglichst belastbar abzuleiten.
Welchen konkreten Nutzwert bietet DNV für Planer, Betreiber und Investoren?
Till Schorer: Wir begleiten Projekte entlang des gesamten Lebenszyklus – von der Standortbewertung bis in den Betrieb. Dazu gehören neben Windmessung und Energieertragsgutachten auch Schall- und Schattenwurfprognosen, Standsicherheitsnachweise und projektspezifische Risikobewertungen. Nach Inbetriebnahme unterstützen wir unter anderem mit Standortgütenachweisen nach 5, 10 und 15 Jahren sowie mit Analysen zur Ertrags- und Performancesituation eines Windparks. Das ist besonders relevant bei Refinanzierungen, Verkaufsprozessen oder Abweichungen vom erwarteten Betriebsergebnis. (NW)