Bringt ein Bionik-Konzept durch Nachbildung einer Vogelknochenstruktur die vor Jahren gestartete Entwicklung von Rotorblättern aus Metall voran? Das 2019 in Werne gegründete Unternehmen Matrix Module hat eine am biologischen Vorbild orientierte Wabenstruktur entwickelt. Der Leichtbau der Vogelknochen besteht in ihrem Innern aus sich windenden kurvenförmigen Brücken und reichlich Hohlraum. In einer Partnerschaft mit dem von der Bundesagentur für Sprunginnovationen geförderten Unternehmen Beventum und dem Simulationsdienstleistungsunternehmen Caiq entwickelte Necto eine 1,8 bis 2,5 Zentimeter dicke Wabenstruktur, die auf der einen Seite die offene Wabenstruktur zeigt und auf der anderen eine Blechabdeckung. Aus Stahl gefertigt soll das Rotorblatt so die Masse eines herkömmlichen Glasfaserkunststoffblatts erreichen, aus leichterem Aluminium wäre diese viel geringer. Weil Aluminium teurer ist, ließe sich auch nur die Spitze daraus herstellen und der Rest aus Stahl, besagt eine Studie des Instituts für Flugzeugbau der Uni Stuttgart, ähnlich wie bei dem im April endenden dreijährigen Forschungsprojekt Steelblade der RWTH-Aachen.
Die Rotorblattform soll wie bei herkömmlichen Blättern in einer Blattmulde entstehen, in der Arbeitende die Glasfasermatten auslegen, sie mit Epoxidharz tränken und aushärten.
Die Rotorblattform soll wie bei herkömmlichen Blättern in einer Blattmulde entstehen. An Deckenkränen geführte Schweißroboter sollen die Struktur mit zehntausenden Schweißpunkten an die Außenschale heften – eine in der Weltraumtechnik übliche Methode, erklärt Necto-Gründer Jörn Suthues. (tw)