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Agri-PV: „Es kommt auf Bodenfreiheit, Reihenabstände und die gezielte Lichtlenkung an“

Welche Montage-Lösungen bieten Sie für die Agri-PV an? Welches sind die besonderen Herausforderungen bei diesen Standorten?

Thomas Dorsch: Wir bieten für Agri-PV-Anwendungen Tracker-Lösungen (1P & 2P) sowie Festaufständerungs-Systeme an. Die Anforderungen sind deutlich anders als bei klassischen Freiflächenanlagen. Landwirtschaftliche Maschinen benötigen ausreichend Durchfahrtshöhe und die Kulturen brauchen Licht. Deshalb kommt es auf Bodenfreiheit, Reihenabstände und die gezielte Lichtlenkung an.

Unser 1P-Tracker erreicht selbst bei einem Anstellwinkel von bis zu 60 Grad eine Bodenfreiheit von mindestens 2,1 Metern. So kommen Maschinen, Anbaugeräte und Personal jederzeit hindurch – unabhängig davon, wie die Module stehen.

Auch regulatorisch gibt es Anforderungen. In vielen europäischen Ländern müssen Agri-PV-Anlagen bestimmte Kriterien erfüllen, etwa zur landwirtschaftlichen Nutzbarkeit oder Bauhöhe. Unsere Systeme sind darauf ausgelegt und orientieren sich unter anderem an den Vorgaben der DIN SPEC 91434.

Was ist der Vorteil von einachsigen Tracking-Systemen?

Thomas Dorsch: Unsere einachsigen Tracker steigern nicht nur den Energieertrag, sondern ermöglichen auch eine gezielte Steuerung von Licht und Verschattung. Je nach Stellung der beweglichen Module lässt sich beeinflussen, wie viel Sonne auf die Kulturen fällt. Dadurch kann das Mikroklima unter den Modulen verbessert und Hitze- oder Trockenstress reduziert werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass unser Trackingsystem offen für intelligente Steuerungskonzepte ist, die immer wichtiger werden. Über eine offene Schnittstelle lassen sich Sensoren und Softwarelösungen verschiedener Anbieter anbinden. So können Tracker beispielsweise wetter-, kultur- oder standortabhängig gesteuert werden.

Welchen Vorurteilen begegnen Sie oft in der Landwirtschaft? Inwiefern können Sie da Entwarnung geben?

Thomas Dorsch: Das häufigste Vorurteil ist, dass eine PV-Anlage die Fläche für die Landwirtschaft weitgehend unbrauchbar macht. Tatsächlich zielt Agri-PV auf das Gegenteil. Die Fläche bleibt landwirtschaftlich nutzbar und erzeugt gleichzeitig Strom. Landwirtschaft und Energieerzeugung konkurrieren also nicht um die Fläche, sie ergänzen sich.

Ein weiteres Vorurteil betrifft die Bewirtschaftung. Viele Landwirte befürchten Einschränkungen durch die Module. Dem ist aber nicht so. Mit einer Bodenfreiheit von über zwei Metern lassen sich die Flächen weiterhin mit modernen Maschinen bearbeiten.

Außerdem gibt es mitunter Skepsis gegenüber Veränderungen im Landschaftsbild. Diese verschwindet allerdings unserer Erfahrung nach schnell, sobald Landwirte bestehende Agri-PV-Projekte besichtigen.

Gibt es landwirtschaftliche Bereiche, die sich besonders gut eignen?

Thomas Dorsch: Besonders interessant ist Agri-PV für Kulturen, die von einer zeitweisen Beschattung profitieren. Dazu zählen beispielsweise Beerenobst, empfindliche Gemüsekulturen oder mehrjährige Sonderkulturen, die unter intensiver Sonneneinstrahlung schnell unter Hitze- oder Trockenstress geraten. Auch Grünland und Weideflächen eignen sich gut, weil die Tiere zusätzlich Schatten und Witterungsschutz erhalten.

Grundsätzlich lässt sich Agri-PV aber auch im klassischen Ackerbau umsetzen. Entscheidend ist, dass das Montagesystem auf die jeweilige Bewirtschaftung abgestimmt wird. Reihenabstände, Bodenfreiheit und Fahrgassen müssen zu den eingesetzten Maschinen und der Fruchtfolge passen. Deshalb beginnt jedes Projekt bei uns mit einer Analyse des landwirtschaftlichen Betriebs. Erst auf dieser Grundlage empfehlen wir das geeignete System.