Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Check mit Hightech

Sven Ullrich

Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass die Photovoltaikanlage nicht wartungsfrei ist. Zwar gibt es keine beweglichen Teile – außer in Trackersystemen. Doch jahrelang sind die Paneele auch Wind und Wetter ausgesetzt. Staub schmirgelt an den Modulen und auch die ultraviolette Strahlung hinterlässt Spuren.

Deshalb ist die Wartung der Anlagen nicht zu unterschätzen. In der gegenwärtigen Marktlage ist sie tatsächlich eine Möglichkeit, die Auftragsbücher wieder zu füllen. Dazu sind aber entsprechende Expertise und auch geschultes Personal notwendig. Das ist nicht einfach. Denn viele erfahrene Handwerker und Experten gehen in den Ruhestand. Der Fachkräftemangel ist auch im Wartungsgeschäft nicht zu leugnen. Gleichzeitig steigt die Zahl der installierten Anlagen, die regelmäßig inspiziert werden müssen.

Ohne Technik wird das nicht gehen. In den vergangenen Jahren sind viele Lösungen entstanden, die den Check auch von größeren Anlagen vereinfachen. Die jüngste Lösung hat das Hamburger Ingenieurbüro Hypercon Energy Consulting entwickelt. Das Unternehmen hat sich auf die intelligenten Assistenzlösungen spezialisiert. So hat Hypercon eine Möglichkeit entwickelt, den wartenden Handwerker vor Ort mit sogenannter Augmented Reality (AR) aus der Ferne unter die Arme zu greifen.

Mit Video unterstützen

AR ist eine Videoaufnahme, die aus der Ferne mit zusätzlichen Informationen angereichert wird. „Mit einem professionellen Setup können wir ein Live-Videobild übertragen, in das der Experte Hinweise und Markierungen einzeichnen kann“, erklärt Steffen Huber. Er ist Dachdeckermeister und Photovoltaikinstallateur und hat schon viele Jahre Erfahrungen mit der Fehlersuche an Solaranlagen gesammelt. „Damit lassen sich Lösungshinweise viel treffsicherer geben als nur mit einer Audiobeschreibung“, sagt er. „Zumal oft noch eine sprachliche Barriere dazu kommt.“

Arbeiten werden komplexer

Der Vorteil eines solchen sogenannten Video Remote Support ist, dass der Fachingenieur oder Handwerksmeister aus dem Firmensitz heraus die Handwerker vor Ort unterstützen kann. Dies spart viel Personal bei der Wartung von Solaranlagen ein. „Wir konnten durch den Einsatz von VRS die Fahrzeiten unserer Techniker erheblich reduzieren“, betont Steffen Huber.

Denn die Arbeiten an den Komponenten werden auch mit der Sektorkopplung und der Anforderung der Systemdienlichkeit der Anlagen immer komplexer. „Obwohl unsere Gesellen eine breite und gute Ausbildung und Erfahrung haben, erleben sie regelmäßig Situationen, bei denen sie Hilfe benötigen“, weiß Steffen Huber. „Anstatt dann rumzufrickeln, führen sie mit uns einen Videocall – im Büro oder auf einer anderen Baustelle haben wir oft den notwendigen Experten.“

Obwohl unsere Gesellen eine breite und gute Ausbildung und Erfahrung haben, erleben sie regelmäßig Situationen, bei denen sie Hilfe benötigen.

Steffen Huber, Dachdeckermeister und Solarteur

Er nutzt diesen Video-Remote-Support zudem noch, um die Kunden zu befähigen, kleinere Probleme selbst zu lösen. „Früher mussten wir für jede Kleinigkeit jemanden zum Kunden schicken. Jetzt lösen wir viele Probleme direkt per Video – das spart nicht nur Zeit, sondern ist auch viel effizienter“, betont Steffen Huber.

Anlage dokumentieren

Der Handwerksmeister war schon oft Vorreiter bei der Nutzung von innovativen Systemen, die die Wartung der Anlagen vereinfachen. So nutzt er schon seit Jahren das Laserdetektionsset LSI, ein Fehlerortungsset, das Solartektor entwickelt hat. Damit lässt sich auch ohne viel Aufwand eine komplette Dokumentation der Verschaltung der Anlage erstellen. Dies ist mit den bisherigen Methoden nicht so einfach. Die Mitarbeiter von Steffen Huber fertigen in der Regel mit dem LSI zunächst einen Stringplan an, wenn der Handwerksbetrieb eine Anlage in seinen Wartungsbestand übernimmt.

Wenn der erste String dokumentiert ist, steckt der Handwerker, der am Wechselrichter steht, den nächsten String an den Lasertektor und die Untersuchung beginnt von vorn. Das geht so lange, bis alle Module einem String zugeordnet sind. „Das geht relativ schnell“, sagt Steffen Huber. „Wo wir früher mehrere Tage lang damit zugebracht haben, einen Modulplan zu erstellen, brauchen wir jetzt nur noch etwa ein Viertel der Zeit für eine komplette Dokumentation.“

Ein Viertel Zeitersparnis

Das Ortungsset kann aber auch Modulfehler detektieren. So kann er mit dem Signaltektor aus dem LSI-Set unter anderem Kabelbrüche ausfindig machen. Es ist aber auch möglich, Isolationsfehlern auf die Spur zu kommen. Dafür haben Oliver Lenckowski und Klaus Terlinden den Isotektor entwickelt, der ebenfalls zum LSI-Set gehört.

Mit solchen innovativen Entwicklungen wie der AR oder dem Laser lässt sich die Wartung der Anlagen effizient erledigen. Die Drohne gehört schon längst zum Arsenal, auf das die Wartungshandwerker zurückgreifen. In Zukunft spielt hier auch die künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle.

Tags