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Gebäude in Bonn produziert Überschussstrom für gemeinnützigen Verein

Das Immobilienunternehmen Patrizia und der Solarsystem- und Speicheranbieter Solation bauen in Bonn eine Photovoltaikanlage auf das Dach eines Gewerbegebäudes, dessen Stromertrag zu einem Prozent einer lokalen gemeinnützigen Organisation gespendet wird. Für die technische Umsetzung wurde Solaredge als Systempartner ausgewählt. Denn die DC-optimierten Systeme des israelischen Herstellers nutzen Leistungsoptimierer auf Modulebene.

Diese werden an jedem Solarmodul angebracht und maximieren so die Energieerzeugung, indem sie die Auswirkungen von Verschattung, Modulabweichungen und anderen Leistungsverlusten reduzieren. Dadurch steigt die Stromerzeugung. Damit trägt die Technologie dazu bei, die Energiekosteneinsparungen sowohl für die Gebäudemieter als auch für die lokalen gemeinnützigen Organisationen zu maximieren, die vom Spendenmodell von Solation profitieren.

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Dritte Option zur Nutzung von Überschussstrom schaffen

Dieses Spendenmodell ist nicht trivial. Bisher war eine Stromspende theoretisch zwar möglich. Für ein einzelnes Gebäude war es aber keine praktikable Option. „Gebäude hatten für überschüssigen Solarstrom traditionell zwei Möglichkeiten: ihn selbst zu nutzen oder ins Netz zu verkaufen“, erklärt Sebastian Hugl, Geschäftsführer von Solartion. „Wir wollten eine dritte Option schaffen.“ Bisher waren solche Optionen regulatorisch extrem komplex. Sie erforderte spezialisierte technische, vertragliche und kaufmännische Expertise. Dies machte die Etablierung eines solchen Modells der Stromspende schwierig, da es keine Möglichkeit gab, mit der ein Teil der Strommenge einer gemeinnützigen Organisation zugewiesen werden konnte.

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Spende ist in Energieinfrastruktur integriert

Solartion hat deshalb die Spende fest in die langfristige Energiestruktur der Immobilie integriert. Der Empfänger schließt einen Stromvertrag über seinen gesamten Bedarf ab. Ein vereinbarter Anteil der Solarstromerzeugung des Gebäudes wird dabei für die Energie selbst zu null Cent pro Kilowattstunde geliefert und abgerechnet. Der übrige Strombedarf der Organisation wird über ihren regulären Stromvertrag gedeckt. Dadurch muss weder ein separates technisches Projekt verwaltet werden noch muss sichergestellt werden, dass Solarstrom zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar ist.

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Modell virtueller Speicher entwickelt

Für Solation ist dieses Konzept nicht ganz neu. Das Unternehmen nutzt es schon erfolgreich für virtuelle Batterien in Gewerbegebäuden mit mehreren Mietern. Es wurde erstmals Ende 2025 zusammen mit Solaredge umgesetzt. Das Modell von Solation erfüllt die Anforderungen der deutschen Mieterstromverordnung. Denn der Solarstrom wird als virtuell gespeichert behandelt und später den teilnehmenden Mietern im Gebäude zugewiesen. So lässt sich der Eigenverbrauch des Solarstroms vor Ort maximieren – ohne dass eine physische Batterie erforderlich ist.

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Gebäude schaffen gesellschaftlichen Mehrwert

Dieses Modell wird in Bonn in die Praxis umgesetzt. Dazu pachtet Solation die Dachfläche vom Gebäudeeigentümer Patrizia. Solation ist Eigentümer und Betreiber der Solaranlage. Rund 90 Prozent des erzeugten Stroms liefert das Unternehmen an die Mieter im Gebäude, während ein Prozent dauerhaft der lokalen gemeinnützigen Organisation zugewiesen wird. „Indem wir Spenden für gemeinnützige Zwecke in die Wirtschaftlichkeit unseres virtuellen Speichermodells integrieren, haben wir gezeigt, dass Gebäude gleichzeitig finanziellen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen können“, betont Sebastian Hugl von Solation. „Ein einzelnes Gebäude wird eine Gemeinschaft nicht grundlegend verändern, doch die Chance liegt in der Skalierung des Modells“, betont er.

Weitere 1.000 Projekte umsetzen

Hugl weist darauf hin, dass es in Deutschland rund 280.000 Bürogebäude gibt. „Unser Ziel ist es, dieses Konzept bis 2030 in 1.000 davon umzusetzen“, stellt er in Aussicht. „Wenn Gebäude im ganzen Land auch nur einen kleinen Teil der von ihnen erzeugten sauberen Energie lokalen Gemeinschaften zur Verfügung stellen, könnte die gemeinsame Wirkung enorm sein. Wir hoffen, dass daraus ein Modell für den breiteren Markt entsteht und zeigt, dass die Gebäude, die die Energiewende vorantreiben, zugleich auch die Gemeinschaften in ihrer Umgebung mit Energie unterstützen können.“

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Organisationen können sich bewerben

Entsprechend lädt er gemeinnützige Organisationen im Raum Bonn ein, sich bei Solation für ein nächstes Projekt zu bewerben. Die Organisationen müssen sich in einem Umkreis von 4,5 Kilometern um das Gebäude befinden, jährlich mehr als 100.000 Kilowattstunden Strom verbrauchen, und über ein Smart Meter verfügen. Außerdem müssen sie bereit sein, zu einem kompatiblen Stromtarif zu wechseln. Die Spende beginnt, sobald der Empfänger ausgewählt und die technischen sowie vertraglichen Voraussetzungen geschaffen wurden.