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Prag fördert Agri-PV-Anlagen

Das Umweltministerium der Tschechischen Republik wird Agri-PV-Anlagen mit 300 Millionen Kronen (rund 13 Millionen Euro) fördern. Weitere 200 Millionen Kronen (rund acht Millionen Euro) sind noch im Gespräch. Das Ministerium hat dazu einen Förderaufruf aus dem Modernisierungsfonds zur Installation solcher Anlagen angekündigt. Gefördert werden nur Anlagen auf Flächen, die im sogenannten LIPS-Register eingetragen sind. Dieses geografische Informationssystem erfasst alle landwirtschaftlich genutzten Flächen in Tschechien.

Zudem müssen die Anlagen an das Verteil- oder sogar an das Übertragungsnetz angeschlossen werden. Im Rahmen der Förderung unterstützt das Prager Umweltministerium auch die Integration von Speichern in die Anlagen, um die Flexibilität der Stromversorgung und die Sicherheit der Energieversorgung des Landwirtschaftsbetriebs zu erhöhen.

Druck auf andere Flächen verringern

Der Vorteil für die Landwirte: Sie können nicht nur ihre Flächen doppelt nutzen. Sie erhalten auch nach der Installation der Agri-PV-Anlage weiterhin ihre Agrarsubventionen. „Wir wollen, dass die tschechische Landwirtschaft wettbewerbsfähig und gleichzeitig resistent gegen Klima- und Energieherausforderungen ist“, begründet Umweltminister Petr Hadlík die Förderung. „Die Agri-PV ist eine große Chance für die tschechische Landwirtschaft und die Energieversorgung. Sie ermöglicht, gleichzeitig saubere Energie zu produzieren und weiterhin zum Anbau von Pflanzen verwendet zu werden.“

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Hadlík sieht erhebliche Vorteile durch die Agri-PV. „Diese erhöht die Gesamtproduktivität der Fläche erheblich – unter anderem durch den Schutz der Kulturen vor extremem Wetter, durch die Verbesserung des Mikroklimas und durch die stärkere Unabhängigkeit sowie Einsparungen bei der Energieversorgung“, erklärt er. „Der große Vorteil ist auch, dass es den Druck auf den Bau von Solarparks auf offene oder umweltsensible Gebiete verringert, da die Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt und bewirtschaftet werden können.“

Solare Überdachungen von Flächen erlaubt

Im Vorfeld hat die tschechische Regierung die Bedingungen für die Agri-PV deutlich erweitert. Die Anlagen dürfen jetzt sowohl über Obstplantagen, über Weinbergen, über Hopfenanbauflächen als auch über Dauerkulturen gebaut werden. Die Landwirte dürfen aber auch Gemüseanbauflächen mit Solarmodulen überdachen, wenn der Anbau der Feldfrüchte sehr arbeitsintensiv ist. Dies gelte für die überwiegende Mehrheit der in der Tschechischen Republik angebauten Gemüsesorten. Die neuen Regelungen umfassen auch die Möglichkeit der Integration eines Batteriespeichers. Im nächsten Schritt soll auch die vertikale Installation von Solarmodulen ermöglicht werden.

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Langfristiger Beitrag zur Energieversorgung

Die Förderung gilt für Anlagen mit einer Leistung von mindestens zehn Kilowatt. Für die Installation bekommen die Landwirte maximal 30 Prozent der Investitionssumme. „Die Höhe des Zuschusses hängt von den spezifischen Parametern des Projekts ab – also der installierten Leistung der Photovoltaik, den Gesamtkosten und der möglichen Kapazität des Batteriespeichers“, erklärt Petr Valdman, Direktor des Staatlichen Umweltfonds der Tschechischen Republik. „Wir wollen Bewerber motivieren, Lösungen zu installieren, die einen langfristigen Beitrag zu Energie und Landwirtschaft leisten.“

Zuschüsse, solange das Geld reicht

Landwirte können noch bis zum 30. Oktober 2027 Förderanträge beim Staatlichen Umweltfonds stellen. Sie sollten aber nicht allzu lange warten. Denn eine Unterstützung gibt es noch, solange Geld im Fördertopf liegt. Landwirte, die mit ihren Projekten die erforderlichen Kriterien erfüllen, aber im Rahmen der verfügbaren Mittel nicht mehr zum Zuge kommen, werden auf eine sogenannte Antragsliste (Request-Stack) aufgenommen. Sie werden dann berücksichtigt, wenn wieder Fördermittel zur Verfügung stehen. Wenn Landwirte eine Förderung erhalten, müssen sie die Anlagen spätestens drei Jahre nach dem Beschluss des Umweltministers in Betrieb nehmen.

Weitere Details zur Förderung und einen Link zum Förderantrag finden Sie auf der Webseite des Staatlichen Umweltfonds in Prag.