Werden Solarparks ausreichend gewartet?
Jörg Winter: Nicht immer. Die Module stehen im Fokus, aber die Infrastruktur dahinter wird oft vernachlässigt – etwa Trafos, Batteriespeichersysteme oder Schutzeinrichtungen. Genau dort entstehen jedoch viele Ausfälle. Vernachlässigte Infrastruktur führt zu Stillständen, Ertragsverlusten und Sicherheitsrisiken. Das alles lässt sich vermeiden – mit unserem ganzheitlichen Ansatz.
Wie sieht der aus?
Jörg Winter: Wir betrachten die gesamte Anlage als System. Dazu gehören Überwachung, Wartung, Instandsetzung, Engineering, Ersatzteilmanagement und Anlagensicherheit. Alles greift ineinander und kommt aus einer Hand – ohne Schnittstellenverluste. Dafür haben wir neben dem klassischen Service ein eigenes Engineering-Team. Bei älteren Parks können Komponenten oft nicht 1:1 getauscht werden, zum Beispiel weil sie nicht mehr verfügbar sind und Alternativen nicht kompatibel. Dann entwickelt das Engineering-Team eine individuelle Lösung im bestehenden System, um einen kompletten Neubau zu vermeiden. Bei häufig auftretenden Fehlern entwickelt das Team auch optimierte Komponenten.
Können Sie ein Beispiel nennen?
Jörg Winter: Ein großes Thema sind Kabelverbindungen von Wechselrichtern. Hier treten nach einigen Betriebsjahren häufig Probleme auf, etwa durch Undichtigkeiten. Anstatt den Wechselrichter zu tauschen, haben wir dafür eine eigene Lösung entwickelt, mit der die Reparatur vereinfacht und kostengünstiger umzusetzen ist.
Welche Rolle spielt bei Ihnen die Anlagensicherheit?
Jörg Winter: Eine sehr große. Wir übernehmen auf Wunsch die Betreiber- und Anlagenverantwortung. Das heißt, wir stellen sicher, dass alle Pflichten erfüllt sind. Betreiber müssen sich nicht selbst um Fristen, Vorgaben oder technische Details kümmern. Dazu gehören zum Beispiel verpflichtende Schutzprüfungen, die alle vier Jahre durchgeführt werden müssen, was Betreiber oft nicht wissen. Viele Unternehmen können prüfen und messen. Wir können zudem umgehend instand setzen. Das erhöht die Sicherheit und verkürzt Ausfallzeiten erheblich.
Weitere Informationen:
www.baywa-re.de/asset-operations