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Talfahrt mit Ausnahmen: 16 Prozent weniger PV-Ausbau in Deutschland

Das Energieunternehmen Enpal hat über fünf Millionen Datensätze aus dem Marktstammdatenregister ausgewertet und dabei die Photovoltaik-Entwicklung in deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht. Die Analyse zeigt deutliche regionale Unterschiede beim Ausbau der Solarenergie. Während bundesweit die Zahl der Neuinstallationen erstmals seit 2018 zurückging, setzen einige Städte weiterhin konsequent auf den Ausbau der Photovoltaik.

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Bergisch Gladbach führt beim Zubau neuer Anlagen mit 11,76 Installationen pro 1.000 Einwohner im Jahr 2025. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen löst damit den Vorjahressieger Moers ab. Gütersloh folgt mit 11,19 Neuinstallationen pro 1.000 Einwohner auf dem zweiten Platz. Moers komplettiert mit 10,42 Anlagen pro 1.000 Einwohner das Spitzentrio. Am anderen Ende der Skala liegen Offenbach mit nur 2,82 und Rostock mit 3,49 Neuinstallationen pro 1.000 Einwohner.

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Gütersloh verteidigt Titel als Solarhauptstadt

Beim Gesamtbestand der installierten Anlagen bleibt Gütersloh Spitzenreiter. Die Stadt weist mit 72,45 Solaranlagen pro 1.000 Einwohner die höchste Dichte in Deutschland auf. Paderborn folgt mit 65,68 Anlagen pro 1.000 Einwohner. Ingolstadt belegt mit 59,05 Anlagen den dritten Platz. Reutlingen und Oldenburg komplettieren mit 55,49 beziehungsweise 55,06 Anlagen pro 1.000 Einwohner die Top fünf. Diese Städte lagen bereits im Vorjahr an der Spitze der Untersuchung.

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In absoluten Zahlen führt Münster mit 13.603 installierten Solaranlagen Ende 2025. Braunschweig kommt auf 10.377 Anlagen, Karlsruhe auf 10.324. Am unteren Ende der Skala liegen Offenbach mit 1.764, Bremerhaven mit 2.914 und Jena mit 3.286 Photovoltaik-Anlagen.

Bundesweiter Rückgang bei Neuinstallationen

Die Gesamtzahl der Neuinstallationen in Deutschland sank von 1.043.947 im Jahr 2024 auf 876.888 im Jahr 2025. Dies entspricht einem Rückgang von 16 Prozent. Sachsen verzeichnet mit einem Minus von 19,09 Prozent auf 33.653 Neuinstallationen den stärksten Rückgang. Auch Bayern und Mecklenburg-Vorpommern melden deutliche Einbußen mit 18,88 beziehungsweise 18,79 Prozent weniger Neuinstallationen.

Hamburg bildet eine Ausnahme in dieser Entwicklung. Als einziges Bundesland konnte die Hansestadt einen Zuwachs verzeichnen. Die Anzahl der Neuinstallationen stieg hier um 7,36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bayern führt beim Gesamtbestand

Beim Gesamtbestand installierter Photovoltaik-Anlagen liegt Bayern trotz des Rückgangs bei den Neuinstallationen mit 1.313.857 Anlagen an der Spitze. Nordrhein-Westfalen folgt mit 1.045.422 Anlagen auf dem zweiten Platz. Baden-Württemberg kommt mit 920.930 installierten Anlagen auf Rang drei.

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Wolfgang Gründinger, Unternehmenssprecher bei Enpal, sieht in den Ergebnissen ein gemischtes Bild: „Bergisch Gladbach, Gütersloh und Moers sind die engagiertesten Städte beim Ausbau der Solarenergie und der Energiewende in Bürgerhand. Wo es nicht so schnell vorangeht, stehen oft bürokratische Hürden im Weg.“ Er fordert die Landesregierungen und regionalen Netzbetreiber auf, Bürokratie abzubauen und die Netzintegration der Solarenergie zu beschleunigen.

Unterschiedliche Entwicklung in Großstädten

Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den mittelgroßen Städten. Während einige Kommunen beim Ausbau der Solarenergie voranschreiten, hinken andere deutlich hinterher. Die Gründe dafür liegen laut Enpal häufig in unterschiedlichen Rahmenbedingungen vor Ort. Faktoren wie die Genehmigungspraxis, die Verfügbarkeit von Netzkapazitäten und lokale Förderprogramme beeinflussen die Geschwindigkeit des Ausbaus.

Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung, einschließlich der separaten Auswertung für die 20 größten deutschen Städte, hat Enpal auf seiner Website veröffentlicht. Die Analyse basiert auf Daten aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur und umfasst alle bis Ende 2025 registrierten Photovoltaik-Anlagen.