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Ungenutzte Flächen: Auf Deutschlands Dächern schlummert ein riesiges Solarpotenzial

Der australische Solarhändler OSW Group hat mit Greensketch eine KI-gestützte Plattform zur Planung von Solaranlagen auf Gebäudedächern entwickelt. Diese hat jetzt auch alle Daten für die Hausdächer in Deutschland integriert. Damit können die Planer einfach Solaranlagen auf diesen Dächern auslegen. Die Plattform beinhaltet neben der Dachanalyse und dem Anlagedesign auch eine Leadgenerierung und eine Angebotserstellung.

Alle Eigenheimdächer analysiert

Zum Marktstart präsentiert das Unternehmen den „German Rooftop Valuation Report“. Es ist eine Analyse, die alle 28 Millionen Eigenheimdächer in Deutschland individuell per künstlicher Intelligenz (KI) bewertet hat. Das Ergebnis: Das Stromsparpotenzial bei der vollständigen Belegung dieser Dächer würde sich landesweit auf 45,43 Milliarden Euro jährlich belaufen. Davon nutzen die deutschen Eigenheime, die schon eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben, nur 4,1 Millionen Euro. Der Rest des Potenzials liegt noch brach.

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Bis zu 1.600 Euro Ersparnis pro Haushalt sind drin

Der KI-Agent Emily, die Basis von Greensketch, hat berechnet, dass der durchschnittliche deutsche Haushalt jährlich rund 1.620 Euro an Stromkosten einsparen könnte. Dafür wäre eine durchschnittliche Investition von 12.167 Euro notwendig. Diese würde sich innerhalb von 8,44 Jahren amortisieren. Dies ergibt nach 20 Jahren im Durchschnitt eine Rendite von 19.030 Euro pro Haushalt. Die durchschnittliche Kapitalrendite läge dann bei 11,5 Prozent.

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Wenn diese Zahlen auf alle analysierten Dächer hochgerechnet werden, beläuft sich die geschätzte Gesamtrendite nach 20 Jahren auf 533,7 Milliarden Euro. Als Grundlage ihrer Berechnung hat die KI eine für einen Durchschnittshaushalt optimierte Solar- und Batteriekonfiguration genommen. Diese beinhaltet eine Photovoltaikleistung von 10,34 Kilowatt und einen Batteriespeicher mit einem Volumen von 9,6 Kilowattstunden. Außerdem wurden bei der Renditeberechnung keinerlei staatliche Förderungen berücksichtigt. Die Solaranlage amortisiert sich allein über den Eigenverbrauch.

Klares Süd-Nord-Gefälle

Die Studie zeigt zudem ein ausgeprägtes regionales Gefälle, was die Erträge betrifft. Die höchsten Erträge und mit durchschnittlich 1.696 Euro jährlicher Ersparnis führt Bayern. Hier liegt die Amortisationszeit bei nur acht Jahren und nach 20 Jahren würde ein Gewinn durch die Stromeinsparung von 20.504 Euro pro Haushalt zu Buche schlagen.

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Am schlechtesten sieht es in Berlin aus. Hier liegt die durchschnittliche Ersparnis nur bei 1.388 Euro pro Jahr. Dies verlängert die Amortisationszeit zwar auf 10,10 Jahre. Diese liegt aber immer noch deutlich unter den mindestens 20 Jahren, die die Anlage läuft – und das ohne Förderung. Damit sinkt der Gewinn mit der Anlage auf immer noch üppige 14.555 Euro, was allerdings fast 6.000 Euro weniger als in Bayern sind.

Solarenergie lohnt sich auch ohne Vergütung

Die Experten von Greensketch begründen dies mit der regionalen Struktur der Wohngebäude. Bayern ist eher ländlich geprägt, im Vergleich zur dichten Besiedlung Berlins. Bezogen auf die Landkreise sieht es noch etwas anders aus. Hier schneidet das Allgäu am besten ab, während die schlechtesten Renditen in den nördlichen Küstenregionen und den Stadtstaaten erreicht werden. Dennoch weisen auch die schwächsten Standorte positive Renditen auf, lautet eines der zentralen Ergebnisse der Analyse. Solarenergie lohnt sich laut der Studie in ganz Deutschland.

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Verlässliche Daten über den Wert des Daches

Der Bericht kommt zum richtigen Zeitpunkt. Denn die deutsche Solarbranche steht unter erheblichem Druck mit der Ankündigung der CDU als Regierungspartei, die Einspeisevergütung für genau die untersuchten Solaranlagen streichen zu wollen. Außerdem soll die Einspeisung kleinerer Anlagen auf 50 Prozent der installierten Leistung begrenzt werden, was Batteriespeicher de facto zur Voraussetzung für eine wirtschaftliche Nutzung macht. „Gerade weil sich die Rahmenbedingungen ändern, brauchen Eigenheimbesitzer und Installateure verlässliche Daten darüber, was ein Dach tatsächlich wert ist“, begründet Christian Seidemann, Lead CSM DACH bei Greensketch, die Analyse. „Dieser Report liefert erstmals eine adressgenaue Bewertung für ganz Deutschland und zeigt, dass sich ein Solardach auch ohne Förderung lohnt“, fasst er die Ergebnisse zusammen.