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Saubere Jobs

Schulische Ausbildungen im Bereich der erneuerbaren Energien

Berufsordnungen werden novelliert und neue Berufsausbildungen entstehen. Die Energiewende verändert zusehends auch den Arbeitsmarkt. Angehende KFZ-Mechatroniker müssen sich seit diesem Jahr zum Beispiel neue Kenntnisse über „sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen bei alternativen Antriebssystemen wie z.B. Hybrid-, Elektro- und Hochvoltfahrzeugen“ aneignen. Hierzu zählen auch veränderte Vorgaben bei der Schadstoffreduzierung. Für den Nachwuchs im Bereich Windenergie kündigt der Berufsbildungsbericht 2014 der Bundesregierung, die schnelle Einrichtung einer „Ausbildung zum Mechatroniker für Windenergieanlagen (on- und offshore)“ an. Solche Ankündigungen gab es schon öfter, zur Überzeugung dass es Ernst gemeint ist, müssten Taten folgen. Bisher gibt es keinen dualen Ausbildungsmarkt, der spezielle Berufsbilder im Bereich der regenerativen Energietechniken anbietet.

Auch Philipp Vohrer, der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) denkt über die Novellierungen von Berufsordnungen hinaus über einen Ausbau des Ausbildungsangebot nach: „Erneuerbaren-Inhalte finden Eingang in die Ausbildungsordnungen. Und neue Berufe mit Erneuerbaren-Schwerpunkten entstehen. Ähnlich wie man zum Beispiel mit dem Mechatroniker ein neues Berufsbild für klassische Wachstumsbranchen geschaffen hat, wäre künftig auch ein spezieller dualer Ausbildungsgang im Bereich der Erneuerbaren Energien denkbar.“

Schulische Ausbildungen

Während jedoch die Dualen-Ausbildungen noch ihre Lehrpläne anpassen, bieten bereits 12 Ausbildungsstätten in sieben Bundesländern sogenannte schulische Ausbildungen mit sieben eigenständigen Profilen im Bereich der Erneuerbaren Energien an (siehe Abbildung). Alle Ausbildungsangebote sind technischer Natur und werden mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen. Vorraussetzung für Bewerber ist der erfolgreiche Realschulabschluss oder die Mittlere Reife. Teilweise ist Berufserfahrung oder eine Ausbildung im technischen Bereich eine Vorbedingung. Am häufigsten wird der Ausbildungsberuf Technischer Assistent/in für regenerative Energietechnik und Energiemanagement angeboten, – zweimal in Berlin und einmal in Nord-Rhein-Westfalen. Quasi die Allround-Lehre im verzweigten Berufsspektrum. Das installieren, warten, überwachen und Instandsetzen von Windkraft-, Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen ist die Hauptaufgabe der TA. Lerninhalte sind der Umgang mit Wetter-, Klima- und Umweltdaten, genauso wie Grundkenntnisse in BWL. Klassische Ausbildungsinhalte im technischen Bereich werden durch kaufmännische Inhalte ergänzt. Als drittes Ausbildungselement sind erneuerbare Energietechniken auf dem Lehrplan. Die angehenden Techniker werden an Solaranlagen geschult und eignen sich durch Exkursionen das nötige Know-how im Bereich der erneuerbaren Energien an.

Breitere Lerninhalte

Heizungsbauer Dennis Delfs im Einsatz | Dennis Delfs ist Heizungsbauer beim Maschinenringe Energie-Pool. Er schließt seine Nachbarn auf Nordstrand an das Wärmenetz der Biogasanlage an. - © AEE/Paul Langrock
Heizungsbauer Dennis Delfs im Einsatz | Dennis Delfs ist Heizungsbauer beim Maschinenringe Energie-Pool. Er schließt seine Nachbarn auf Nordstrand an das Wärmenetz der Biogasanlage an.

Seit 2006 bietet der traditionsreiche Standort der BBS-Lahnstein aus Rheinland-Pfalz bereits die Ausbildung zum Technischen Assistenten für Energiesystemtechnik/-marketing mit Schwerpunkt Solartechnik an. Hier spezialisieren die zukünftigen TAs sich auf eine Energietechnik. Durch die zusätzliche Vermittlung von BWL und Marketing will die BBS-Lahnstein primär Fachkräfte ausbilden, die bei Planung, Beratung, Verkauf und Installation von Solartechnik dem Handwerk fundiert unter die Arme greifen können. „Die klassischen Ausbildungsberufe decken nur die Schwerpunkte ihrer Fachrichtung ab“, sagt Studiendirektor Ralf Kilanowski. In Lahnstein sei man beim Lehrplan breit aufgestellt, ein Vorteil gegenüber dualen Ausbildungen. Er betont auch, das die meisten Schüler/in „nach der schulischen Ausbildung eine weitere Ausbildung im dualen System“ oder eine Immatrikulation an einer Fachhochschule forcieren würden. Viele Teilnehmer der Ausbildungsgänge nutzen das Angebot der schulischen Ausbildung, um danach studieren zu können. Andere wiederum wollen ihre technischen Ausbildungen vertiefen und sich zur Verbesserung ihrer Jobchancen inhaltlich stärker mit den technischen Grundlagen von erneuerbaren Energietechniken auseinandersetzen.

Praktische Erfahrung sammeln

Ganz wichtig für dieses Ziel oder für den Berufseinstieg der angehenden TA: Das Praktikum. Es kann je nach Ausbildungsstätte zwischen vier und 26 Wochen dauern. Die Besonderheiten bei schulischen Ausbildungen sind im Vergleich zur Dualen-Ausbildung die kürzeren praktischen Erfahrungen ohne direkten Ausbildungsbetrieb und der Verzicht auf eine Ausbildungsvergütung. Viele Ausbildungsorte bieten dafür eigene Anlagen zum Erlernen der nötigen technischen Kenntnisse an, so wie das Oberstufenzentrum TIEM in Berlin. Dort können die angehenden TA für regenerative Energietechnik und Energiemanagement am hauseigenen Solarpavillon die Arbeitsschritte erlernen.

Mehr Informationen zu Ausbildungsangeboten oder zu Stellenausschreibungen finden sie unter: www.unendlich-viel-energie.de/themen/erneuerbare-karriere/ausbildung/ausbildung2

(Per Holderberg)