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Gewerbliche Energie-Eigenversorgung

Ultrakompaktes Kleinkraftwerk kombiniert Rotationskessel mit Scheibenturbine

Ein extrem kompaktes Kleinkraftwerk auf Scheibentechnologie-Basis hat das Berliner Energietechnikunternehmen La Mont mit der TH Wildau entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Das System mit 20 Kilowatt elektrischer Leistung ist für die Stromerzeugung aus bislang nicht genutzter Abhitze speziell im gewerblichen Bereich konzipiert. Die Dampferzeugung übernimmt dabei laut La Mont ein Rotationskessel mit 90 Prozent weniger Bauvolumen als herkömmliche Lösungen. Ermöglicht wurde die Schrumpfung durch Verwendung rotierender statt traditionell stillstehender Heizflächen.

Im Ergebnis verstärkt sich der Wärmübergang im Kessel erheblich, ohne dass Druckverluste wesentlich zunehmen. Eine gemeinsame Welle verbindet ihn mit einer ebenfalls neuartigen Scheibenläufer-Turbine ohne Schaufeln. Das komplette System hat einen Raumbedarf von lediglich 200 Litern.

„Erstmals können selbst kleingewerbliche Unternehmen mit diesem Miniatur-Kraftwerk ohnehin anfallende Abhitze günstig in Energie zur betrieblichen Eigenversorgung umwandeln“, sagt La Mont-Geschäftsführer Udo Hellwig. Die konstruktiv sehr einfache Auslegung des Systems sichere Langlebigkeit und geringen Wartungsaufwand.

Lösung vor 80 Jahren konzipiert

Beide Neuentwicklungen stellen eine Art Re-Engineering auf historischer Grundlage dar: „Die Lösungen wurden schon vor 80 Jahren von La Mont-Ingenieuren konzipiert, aber nie realisiert“, so der Firmenchef. Sein Team habe die präzisen Konstruktionsvorgaben aus dem Firmenarchiv an die aktuellen Anforderungen angepasst und umgesetzt.

Prototyp im Test

Ein Prototyp der Turbine wird derzeit unter Praxisbedingungen von einem Prüflabor getestet. Ihre wie auch die Serienproduktion der Rotationsverdampfer sowie die Montage übernehmen spezialisierte Hersteller aus Sachsen-Anhalt und Berlin. Die Auslieferung der ersten Anlagen ist für das Frühjahr 2021 geplant.

Von der Fachwelt wird die Kombination aus optimierter Wärmeübertragung und Volumenminderung aufmerksam verfolgt. Laut Ralf Kriegel vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Hermsdorf begünstige sie eine effiziente lokale Stromerzeugung: „Bei üblichem Wirkungsgrad werden diese Systeme wesentlich preiswerter – das kann die Akzeptanz industrieller Anwender etwa für BHKW deutlich erhöhen“.

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