Fast 12 Gigawatt wurden 2018 auf dem amerikanischen Kontinent zugebaut.
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GWEC veröffentlicht erste Zahlen

Windenergie boomt in Amerika

Auf dem gesamten Kontinent wurden 11,92 Gigawatt neu installiert - ein Zuwachs von 12 Prozent.

Katharina Wolf

Auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans gewinnt die Windenergie immer mehr an Bedeutung. 11.9 GW-Leistung sind insgesamt in Nord-, Süd- und Mittelamerika im vergangenen Jahr installiert worden. Laut der Zahlen, die das Global Wind Council (GWEC) jetzt vorab veröffentlicht hat, ist dies eine Steigerung von 12 Prozent verglichen mit 2017. Eine vollständige statistische Auswertung soll im April erscheinen. Den stärksten prozentualen Anstieg verzeichnete Lateinamerika mit 18,7 Prozent, in Nordamerika wuchs die installierte Leistung im 10,8 Prozent.

USA: PTC laufen Ende 2019 aus

Den Anstieg in den USA führen die Experten der GWEC auf die letztmalige Verlängerung des Fördersystems Production Tax Credits (PTC) zurück. Sie gelten für Windenergieprojekte noch bis Ende 2019.

Auch offshore hat sich im Norden des Kontinents einiges getan, auch wenn mit der Block Island Wind Farm erst ein 30 MW-Projekt 2016 den Betrieb aufgenommen hat. Der amerikanische Windenergieverband AWEA rechnet mit einer Leistung von 15 GW, wenn alle zwölf derzeit festgelegten Zonen bebaut sind. Mit MHI Vestas hat sich bereits ein großer Hersteller angesiedelt, die Zulieferkette sei weiter im Aufbau, konstatiert GWEC. 2020 bis 2025 sollten weitere Projekte in Betrieb gehen, so GWEC. Bereits jetzt arbeiteten in den USA und Kanada 160.000 Menschen in der Windindustrie.

Brasilien war ein Marktbeschleuniger

Für Lateinamerika erwartet GWEC in den kommenden Jahren einen weiteren starken Anstieg der installierten Leistung. Hier sei die Einführung von Ausschreibung ein Marktbeschleuniger gewesen. So habe Brasilien 2018 zwei GW Leistung installiert und weitere Kapazitäten ausgeschrieben. Laut der deutschen Außenhandelsagentur Germany Trade and Invest (GTAI) sieht die Energieplanungsbehörde Empresa de Pesquisa Energética (EPE) bis Ende 2021 einen Ausbau der Windenergie auf 19,5 Gigawatt und bis Ende 2026 auf 28,5 Gigawatt vor.

„Die Entwicklung in Südamerika ist sehr positiv“, kommentiert Ben Beckwell, CEO der GWEC. Neben dem Zubau in Brasilien sei jetzt auch die erste Ausschreibung in Kolumbien zu erwarten. Mit Vestas und Nordex hätten sich bereits zwei Hersteller in Argentinien angesiedelt.

In Mittelamerka lag Mexiko vorn

In Mittelamerika stach vor allem Mexiko mit einer neu installierten Leistung von fast 1 GW hervor. Dies ist laut GWEC der höchste Zubau überhaupt gewesen. Das Land verfügt nun über 5 GW Windleist und wird voraussichtlich sein Ziel, 35 Prozent der benötigten Energie durch Erneuerbare zu erzeugen, vor 2024 erreichen.

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