Foto: dreihundertbilder - Fotolia.com

Stromlieferverträge

Wissenswertes für die Vermarkung von Windstrom

Ausblick auf die Entwicklung des Börsenstrompreises, der Windstromgestehungskosten und auf die Möglichkeiten für PPA.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

Welche Potenziale gibt es für Stromabnahmeverträge (PPA) in Deutschland?Dieser Frage gingen Referenten während eines Windkraftseminars mit Schwerpunkt Recht bei Waren (Müritz) nach. Eine Perspektive haben laut Jörg-Uwe Fischer von der DKB Bestandsanlagen. "Bisher gab es für sie die

EEG-Förderung, aber ab 2021 fallen die ersten Bestandsanlagen nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung. Dann müssen sich Betreiber fragen: Ist ein Weiterbetrieb wirtschaftlich attraktiv?", so Fischer. Geprüft werden müsse, ob eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung erfolgen kann und ob die technischen Voraussetzungen für den Weiterbetrieb erfüllt werden (z.B. Fernsteuerbarkeit). Wenn alle Parameter stimmen, kann ein PPA als Weiterbetriebsbasis einen abgesicherten Cashflow durch Preisfixierung bescheren.

Mengenrisiko bei PPA regeln

Aus Finanzierersicht muss das Mengenrisiken vertraglich geregelt werden. Dafür muss die zu liefernde Menge fixiert werden. Also wird jeweils das bezahlt, was erzeugt wurde oder verständigt man sich auf ein festes Volumen? Die Liefermenge beeinflusst den Cash Flow und damit die mögliche Finanzierungshöhe. Bei einem festen Volumen muss die Volatilität vom Erzeuger durch Vermarktung bzw. Nachbeschaffung ausgeglichen werden. Regelung zu Ausfallzeiten, Schadensfällen, planmäßigen Wartungen und so weiter sind zwingend erforderlich.

PPAs und die Finanzierung auf dieser Basis sind im deutschen Markt aktuell noch Neuland. Potenziale bestehen derzeit insbesondere im PV-Sektor und für den Weiterbetrieb von Bestandsanlagen. Neben der erwarteten Entwicklung des Strommarktes hat die Bonitätseinschätzung des Offtakers eine große Relevanz für Kunde und Bank. Vertragliche Regelungen sollten immer auch auf Finanzierungsrelevanz geprüft werden.

Entwicklung des Börsenstrompreises

Eine wichtige Frage bei der Vermarktung von Strom ist auch die Entwicklung des Börsenstrompreises und der Stromgestehungskosten. Wenn die Stromgestehungskosten unter die langfristigen Marktwerte fallen, wird ein marktgetriebener Ausbau möglich. PPAs ermöglichen es, Marktrisiken zu managen und Kapitalkosten zu senken. Anrora Energy Research geht davon aus, das der Börsenstrompreis, der 2018 bei 45 Euro pro Megawattstunde (MWh) lang, 2035 auf 68 Euro angestiegen sein wird. Gründe dafür wären zum Beispiel die Einführung eines CO2-Preises, ein unsicherer Gaspreis oder dass die Nachfrage fluktuiert. Aurora geht davon aus, dass die Stromgestehungskosten für Wind an Land von 70 Euro pro MWh im Jahr 2020 auf 30 bis 60 im Jahr 2040 fallen. PPAs böten dann die Möglichkeit, das Vermarktungsrisiko zu minimieren.

Betriebsführung

Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung: Teure Nachrüstung droht

Auf Betreiber von Windparks kommen einige Kosten zu – etwa durch bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung und Datenübertragungspflicht.

EEG 2017

Eigenverbraucher müssen neue Meldefristen einhalten

Bis zum 28. Februar müssen alle Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt dem Netzbetreiber alle Angaben mitteilen, damit dieser die Sonnensteuer berechnen kann.

Direktvermarktung

Regional mit Brief und Siegel

Seit Januar führt das Umweltbundesamt ein Nachweisregister. Es lässt regional erzeugten Grünstrom liefern, der aber nicht Ökostrom sein darf.

Power Purchase Agreement

PPA: Alles Wichtige über die Trend-Lieferverträge

Stromvermarktung durch Corporate Power Purchase Agreements aus rechtlicher Sicht erklärt von Lars Kyrberg, Bird&Bird.