Foto: siemens gamesa

11-MW-Turbinen

1,5 Gigawatt - Niederlande planen sensationelle Offshore-Zone

Die niederländischen Offshore-Windparks Hollandse Kust Zuid 1, 2, 3 und 4 gehören zusammen zu den leistungsstärksten Windparkzonen der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Nicole Weinhold

In Deutschland leidet die Regenerativbranche unter der Tatenlosigkeit der Politik. Gerade hat sie wieder eine Chance zur entschlossenen Handlung verstreichen lassen. Ohne genehmigte On- und Offshore-Windprojekte können Flächen nicht bebaut und Ausbauziele nicht erreicht werden, so der VDMA. Für Windenergie auf See ist das zugesicherte Ausbauziel von mindestens 20 GW bis 2030 notwendig und muss endlich gesetzlich verankert werden. Ebenso ist eine klare Ausbauperspektive nach 2030 nötig. Bei allen Versäumnissen schaut der eine oder anderen Planer jetzt neidisch zum Nachbarn. In den Niederlanden wird das Thema Offshore mit Hochdruck voran getrieben. Tüv Nord führt seit Januar führt dort seine erste Projektzertifizierung nach dem international gültigen Schema IECRE OD-502 durch. Zertifiziert werden die niederländischen Offshore-Windparks Hollandse Kust Zuid 1 & 2 sowie 3 & 4, die zusammen eine der leistungsstärksten Windparkzonen der Welt werden.

Projektzertifizierung für Vattenfall

„Wir freuen uns, ein so fortschrittliches Schema bei einem derartigen Leuchtturmprojekt anwenden zu dürfen – ein Meilenstein für die gesamte Windenergiebranche“, erklärt Silvio Konrad, Tüv-Nord-Geschäftsführer und verantwortlich für den Bereich Energie. Erst im Herbst 2019 hatte Tüv Nord als eine der ersten Zertifizierungsstellen von der International Electrotechnical Commission Renewable Energy (IECRE) die Zulassung für die Projektzertifizierung nach dem neuen Schema OD-502 erhalten. Es folgte der erste Auftrag des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. Die Hamburger zertifizieren für die geplante Windparkzone Hollandse Kust Zuid die Designprüfung und neben den Gewerken Gründung und Tragstruktur auch das Design der Innerparkverkabelung sowie die Ausführungsphase. Das beinhaltet die Inspektion

1. der Komponenten an Land,

2. des Transports der Komponenten zur Offshore-Zone und der dortigen Installation und

3. der Inbetriebnahme einzelner Anlagen.

Windparkzone bis 2022 fertig

Abschließend wird den gesamten Zertifizierungsablauf evaluiert und das Projektzertifikat ausgestellt. Hollandse Kust Zuid 1&2 und 3&4 wird rund 140 Siemens Gamesa Windkraftanlagen vom Typ SG DD-193 mit einer Leistung von je bis zu elf MW umfassen. Das ergibt eine Gesamtleistung von 1,5 GW, womit zwei bis drei Millionen Haushalte in den Niederlanden mit Strom versorgt werden können. Damit zählt die Windparkzone, die mit einem Abstand von 18 bis 36 Kilometern vor der niederländischen Küste in der Nordsee errichtet wird, zu den größten weltweit. Von besonderer Bedeutung ist dieses Projekt auch, weil hier die ersten nicht subventionierten Offshore-Windparks der Welt entstehen, und das in einer sehr kurzen Bauzeit. 2022 soll die Inbetriebnahme stattfinden.

Tipp: Sie wollen keine aktuellen Entwicklungen rund um die Offshore-Windkraft verpassen? Dann abonnieren Sie doch den kostenlosen erneuerbareenergien.de-Newsletter. Hier geht es zur Anmeldung.

Hollandse Kust Zuid

Vattenfall stockt Offshore-Pipeline in Holland auf 1,5 Gigawatt auf

Vattenfall hat auch die Ausschreibung für die Zonen 2 & 3 des niederländischen Offshore-Windparks Hollandse Kust Zuid gewonnen.

Offshore

V174-Prototyp steht: Wettbewerb der 10+-MW-Klasse eröffnet

Windturbinenbauer MHI Vestas hat den Prototyp einer Offshore-Anlage mit 174-Meter-Rotor errichtet. Ein neues Rennen um beste Einspeisedaten beginnt.

Hollandse Kust Zuid

Zehn-MW-Turbinen für subventionsfreien Windpark

Der Prototyp ist noch nicht errichtet. Doch Vattenfall wird mit der Zehn-MW-Anlage von Siemens-Gamesa einen subventionsfreien Meereswindpark bauen.

Offshore

Bauaufträge für erste 2,5 Gigawatt Windkraft vor US-Küste

Die Baufolge der ersten Offshore-Windparks in den USA zeichnet sich ab: Nach MHI Vestas meldet auch Siemens Gamesa große Turbinenbestellungen.